Pilotprojekt „Geschichten Erzählen“

Neu im Deutschen, neu in einer Gymnasialklasse und gleich schon Geschichten schreiben? 13 Schüler:innen haben in einem Pilotprojekt bewiesen, wie gut dies funktionieren kann.

Alle teilnehmenden Schüler:innen sind erst vor 2-3 Jahren nach Deutschland gekommen und besuchen eine Regelklasse am Gymnasium Dörpsweg. Zum ersten Mal trafen sie in dieser Konstellation aufeinander nahmen erstmals durchgeführten Projektformat teil, das vom Zentrum für Schul- und Jugendinformation (ZSJ), einer Einrichtung der Schulbehörde neu entwickelt worden ist.

Redakteurin, Soziologin und Mediengestalterin Jessica Pain und ihre Kollegin Juliane Michel, Pädagogin und ebenfalls Redakteurin, erfuhren gleich zu Beginn von den Lieblingsgeschichten der  Teilnehmenden. Besonderer Beliebtheit erfreuten sich die Bände von „Harry Potter“, verschiedene Mangas sowie der Film „Interstellar“ – insgesamt genug Inspiration, um eigene Geschichten zu entwickeln.

Aus vielen Bildschnipseln durften sich die Schüler:innen Figuren aussuchen, die im Mittelpunkt ihrer Geschichte stehen sollten. Es blieb nicht bei Astronauten oder Fußballspielerinnen: Wer wollte, durfte auch eine Erzählung über Pinguine, Odysseus‘ Sohn Telemachos oder Zoro aus „One piece“ ersinnen. Dazu wurden Orte, Abenteuer und ein Ende gewählt. Wenn man so gar nicht wusste, wo man anfangen sollte, konnte man sich die einzelnen Bestandteile „erwürfeln“. Die Bilder wurden auf Deckblätter geklebt, die als Grundgerüst für den Erzählplot dienten.

Im Anschluss nun lernten die Schüler:innen das Erzählmuster einer Heldenreise kennen und gaben ihren Ideen Struktur. Auf Basis dieser nun geordneten Stichwörter verfassten die Schüler:innen Satz für Satz ihre eigenen Geschichten. Schreiben kann so einfach sein!

Besonders beeindruckt war Juliane Michel von der hohen Motivation der Schüler:innen, die aus neun verschiedenen Klassen der Jahrgänge 5-10 stammen und gemeinsam mit Frau Kathary ihre Deutschkenntnisse vertiefen. Alle verstanden sich gut miteinander, inspirierten sich gegenseitig und hatten wirklich Freude an der Arbeit. „Besonders großen Spaß hatte ich daran, dass wir eine eigene Idee verwirklichen durften“, lobt Mustafa aus Jahrgang 7. Sint aus Jahrgang 6 zeichnete aus ihrer Geschichte nachträglich noch ein Manga: „Ich liebe Mangas und hatte sofort eine Idee, was passieren soll und wie ich es zeichnen will. “ Über das Schreiben haben sie alle dazugelernt, so das Fazit am Schluss.

Vom Politthriller über Tiererzählungen hin zur gesellschaftskritischen Problematisierung von Drogenkonsum – die Vielfalt der Ergebnisse ist mindestens so facettenreich wie die Vielfalt der Teilnehmer:innen selbst. Auf der Seite https://jip.hamburg.de/ werden bald alle Schreibprodukte veröffentlicht.