Einen Blick hinter die Labortüren der Forschung, Produktion und Qualitätskontrolle konnten Oberstufenschüler:innen des 11. Jahrgangs bei ihrem Besuch des Hamburger Merck-Standorts werfen. Der Praxistag, den auch schon Schüler:innen des vorausgehenden Jahrgangs erlebt hatten, wurde in Kooperation mit dem Nachwuchscampus der Technischen Universität Hamburg (TUHH) organisiert. Das Programm ist Teil der MINT-Förderung und Berufs- und Studienorientierung. Zwei Teilnehmerinnen des Global-Lokal-Profils berichten von ihren Eindrücken:
Von Jasmin und Marla (S2)
Das Biologie- und Chemie-Profil des 11. Jahrgangs unternahmen gemeinsam mit ihren Lehrkräften Frau Degebrodt und Frau Hegerfeldt einen Ausflug zum Unternehmen Merck. Der Hamburger Standort in Harburg hat sich unter anderem auf die Qualitätsprüfung chemischer Stoffe spezialisiert. Vor Ort bekamen wir zunächst einen Überblick über das Unternehmen in Form einer Präsentation. Anschließend erhielten wir eine Führung durch den gesamten Standort. Von der Lagerung der Stoffe über verschiedene Verfahren zur Qualitätsprüfung bis hin zum Verpacken und Versenden der Waren, sowohl national als auch international, konnten wir als Gruppe die einzelnen Schritte gut nachvollziehen.
Nach der Führung lernten wir ein chemisches Verfahren nicht nur theoretisch kennen, sondern konnten es auch selbst durchführen: die Chromatographie. Unser Ziel war es, ein Stoffgemisch in seine einzelnen Bestandteile zu trennen und sichtbar zu machen.
Dafür bauten wir zunächst eine Säule auf. In ein glasartiges, sanduhrförmiges Gefäß gaben wir unten Watte als Filter und darüber Kieselgelpulver. Anschließend nutzten wir verschiedene Alkoholgemische als Lösungsmittel.
Nachdem wir das Stoffgemisch oben aufgetragen hatten, wurde schnell deutlich, wie effektiv die Methode ist: Während die Flüssigkeit durch das Kieselgel lief, trennten sich die Bestandteile sichtbar auf. Es entstanden vier klar unterscheidbare Phasen in gelb, rosa, blau und einem dunklen Grünblau.
Im nächsten Schritt untersuchten wir diese getrennten Stoffe genauer. Wir trugen sie auf eine Kieselgelplatte auf und stellten diese in ein Lösungsmittel. Je nachdem, wie weit die einzelnen Farben wanderten, konnten wir Rückschlüsse auf ihre Polarität ziehen.
Abschließend betrachteten wir die Ergebnisse unter einer UV-Lampe, wodurch weitere Details sichtbar wurden. Das Experiment hat uns gezeigt, wie sich komplexe Stoffgemische in ihre einzelnen Bestandteile trennen lassen. Auch wenn wir in der Schule schon viele Versuche machen, war es spannend, das Ganze einmal unter anderen Bedingungen auszuprobieren.
Wir fanden den Besuch sehr eindrucksvoll und haben gerne an der Kooperation zwischen dem Gymnasium Dörpsweg und dem Unternehmen Merck teilgenommen. Umso trauriger sind wir darüber, dass der Standort, den wir besuchen durften, am Ende des Jahres geschlossen wird und unsere Folgejahrgänge diese Möglichkeit nicht mehr haben werden.
