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Päckchen-Pingpong zwischen Ost und West

Von Jonas Groth (S4)

1989 fiel die Berliner Mauer und vereinte das deutsche Volk wieder. Doch zuvor brachte die Teilung großes Leid über viele Familien. Aufgrund von Versorgungsengpässen wurden damals sogenannte „Westpakete“ von Verwandten und Freunden aus der Bundesrepublik in die DDR geschickt. Die Sendungen enthielten Produkte, die in der DDR kaum oder gar nicht erhältlich waren.

Unter dem Motto „Grenzenlos verpackt“ organisierte Herr Hanke einen Austausch zwischen unserer Schule und einer heutigen ostdeutschen Schule. Der Erstkontakt begann – ganz im Sinne der Ostpolitik Willy Brandts – mit einer Annäherung seitens des Westens, vertreten durch seinen „ideologischen Nachfolger“ Herrn Hanke, Leiter des Kunstprofils am Gymnasium Dörpsweg. Dahinter stand der Wunsch, Unterricht nicht nur lehrreich, sondern auch greifbar zu gestalten.

Der Austausch mit der anderen 12. Klasse ermöglichte uns einen Perspektivwechsel und bot eine spannende Form des Unterrichts. Gleichzeitig wurde die schwierige Versorgungslage in der DDR durch die enthaltenen Produkte deutlich.

In unserem Westpaket befanden sich neben einem Klassenfoto und einem Brief unter anderem Schokolade aus südamerikanischen Kakaobohnen, westdeutsche Marken von Weingummi, sowie irischer Whiskey – alles Dinge, die für DDR-Bürger schwer zugänglich waren. Hinzu kamen Hygieneartikel wie Seife, Nivea-Creme und Fa-Duschgel. Besonders symbolträchtig war das Softgetränk Coca-Cola, ein Sinnbild des Westens.

Aus dem Osten erhielten wir unter anderem Duftkegel, Sekt und Bier, die auch die damalige Konsumkultur widerspiegelten, sowie kunstvollen Holzschmuck. Natürlich fanden auch DDR-Alternativen ihren Weg ins Paket, etwa Vita-Cola, Jetti-Schokolade oder Nutella-Nachahmungen. Eine Flasche Fit-Spülmittel sowie ein Klassenfoto rundeten den Inhalt ab.

Unser Kurs fieberte dem Austausch mit großer Neugier entgegen und hatte viel Freude beim Auspacken der verschiedenen Produkte und beim Entdecken ihrer Geschichten. Insgesamt kann man sagen, dass der Austausch ein voller Erfolg war – auch wenn die Reaktion der anderen Klasse für uns weitgehend im Verborgenen blieb.

Doch wie die damalige DDR-Propaganda den Paketaustausch bezeichnen würde: Die Genossen des sozialistischen Ostdeutschlands überreichten dem imperialistischen Westen im Geiste der Völkerverständigung ein brüderliches Geschenk. Die Überlegenheit der sozialistischen Wirtschaft beeindruckte durch ihre Produkte und demonstrierte ihren Wert. Die westlichen Güter wurden respektvoll entgegengenommen und als Zeichen der Versöhnung gewürdigt.

Jugend debattiert – Schulwettbewerb 2025

Der Schulwettbewerb „Jugend debattiert“ krönte traditionsgemäß das Ende der Adventszeit am Gymnasium Dörpsweg. Als Schulsieger:innen gingen in der Altersgruppe 1 Nico Schmidt und Marie Purwin (beide 9a) hervor, die das Debattiertraining der von Frau Renno und Herrn Bruttig geleiteten AG bereits sehr erfolgreich absolviert hatten. Die Finaldebatte der Altersgruppe 2 konnten Maximilian Vogel (S1) und Seraphina Claßen (10b) für sich entscheiden, beide bereits Landesfinalisten früherer Schuljahre. Ein Mitglied der aus Lehrkräften und Schüler:innen zusammengesetzten Jury berichtet:

Von Saida Minnibaeva (S1)

Am vorletzten Schultag vor Weihnachten fand unser Schulwettbewerb „Jugend debattiert“ statt. Zum ersten Mal nahm neben der Altersgruppe 1 auch die Altersgruppe 2 an den leidenschaftlichen Debatten teil.

Bei dem Wettbewerb debattieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über spannende politische und soziale Fragen unserer Zeit nach festgelegten Regeln – ein Ziel dabei ist der wertschätzende Austausch von sachlich korrekten und überzeugenden Argumenten. Ich war als Jurorin im Finale der Altersgruppe 2 dabei.

Das Finale behandelte die Debattenfrage, ob ein elternunabhängiges BAföG für alle Studierenden eingeführt werden sollte. Auf der Pro-Seite argumentierten Maximilian Vogel (S1) mit Lea Höckel (S3) und auf der Contra-Seite Seraphina Claßen (10b) und Sander Kraft (S1). Es war eine spannende Debatte, die viele neue Perspektiven aufgezeigte. Die Argumente reichten von der Finanzierbarkeit über die persönliche Unabhängigkeit, den Fachkräftemangel bis hin zum „Gießkannenprinzip“. Dabei blieb die Debatte stets sachlich und freundlich. Toll war insbesondere, dass die vier Debattanten aus den Jahrgängen 10 bis 12 kamen und man nicht in einem Jahrgang blieb.

Das Finale der AG 1 durfte ich als Zuschauerin mir ansehen und es war sehr bemerkenswert, wie die Schülerinnen und Schüler aus dem Jahrgang 9 miteinander zur Frage, ob eine allgemeine Dienstpflicht für Jugendliche eingeführt werden sollte, debattiert haben – und das auf so einem hohen Niveau.

Zusammenfassend war es ein sehr spannendes, aber auch aufregendes Erlebnis und schön, als ehemalige Debattantin wieder mit dabei gewesen zu sein.