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Politik zum Anfassen

Von Nora Ibraimi (9d), Daniela Middeke

Wie funktioniert Politik eigentlich in der Praxis? Genau das konnten wir – die Klasse 9d – beim Projekt „Jugend im Parlament“ in der Hamburgischen Bürgerschaft hautnah erleben.

Einblick in den politischen Alltag

Am ersten Tag starteten wir mit einer gemeinsamen Begrüßungsrunde im Plenarsaal. Anschließend wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt: in Klassenteams und ein Redaktionsteam.

Die Klassenteams mussten sich zunächst einen Namen für ihre Partei bzw. Gruppe in der Hamburgischen Bürgerschaft überlegen – in unserem Fall die „Nachhaltige Bildungs- und Gerechtigkeitspartei“ (NBG). Gemeinsam begannen wir dann mit interaktiven Einleitungsspielen, um die verschiedenen politischen Ebenen kennenzulernen – vom Bundestag über die Bürgerschaft bis hin zur Bezirksversammlung. Danach wurden kleinere Arbeitsgruppen gebildet, sogenannte Ausschussteams, die sich mit den Themen Familie, Verkehr und Klima beschäftigten.
Ihre Aufgabe: eigene Anträge entwickeln und politische Lösungen erarbeiten.

Arbeit im Redaktionsteam

Auch das Presseteam wurde in zwei Gruppen aufgeteilt. Gemeinsam mit Schülerinnen des Gymnasiums Marienthal übernahmen wir die mediale Begleitung des Projekts. Während ein Teil des Teams ein Magazin erstellte, war unsere Gruppe für die Filmproduktion zuständig.

Wir führten Interviews mit Schüler:innen und Lehrkräften und dokumentierten die wichtigsten Eindrücke des Projekts. Parallel dazu sammelte das Magazinteam visuelles Material direkt in den Klassen.

Austausch mit echten Politiker:innen

Am zweiten Tag wurde es besonders spannend: Politiker:innen verschiedener Parteien besuchten die Klassen. Sie unterstützten die Schüler:innen dabei, ihre Anträge zu überarbeiten und überzeugende Argumente für die bevorstehenden Debatten zu entwickeln.

Gleichzeitig boten sich in den Pausen viele Gelegenheiten für persönliche Gespräche und Diskussionen zu aktuellen politischen Themen.

Debatten und Plenarsitzung

Im Anschluss fanden intensive Debatten in den Ausschüssen statt – zu den BereichenKlimapolitik, Verkehrspolitik sowie Familien- und Sozialpolitik.

Das absolute Highlight war schließlich die Plenarsitzung im Bürgerschaftssaal. Unter der Leitung des Vorsitzenden diskutierten die Schüler:innen ihre Anträge, hielten Reden am Pult und stimmten demokratisch darüber ab.

Dabei zeigten viele großes Engagement, vertraten ihre Meinungen selbstbewusst und erlebten Politik aus erster Hand.

Fazit

Die Teilnahme an dem Planspiel „Jugend im Parlament“ hat uns eindrucksvoll gezeigt, wie politische Prozesse funktionieren. Wir konnten nicht nur unser Wissen erweitern, sondern auch ein besseres Verständnis für demokratische Abläufe und die Arbeit der Hamburgischen Bürgerschaft entwickeln.

Instrumente ausprobieren

Von Bastian Kerl (6a)

Im „Musiculum“ in Kiel kann man viele Musikinstrumente ausprobieren. Unsere Klasse ist gemeinsam mit Herrn Knickmann im „MusikMobil“ dorthin gefahren und wir haben bereits auf der Fahrt ein lustiges Spiel gespielt, bei dem wir echte und erfundene Musikinstrumente gesammelt haben.

Als wir dort waren, haben wir erfahren, wie man Holz- und Blechblasinstrumente unterscheidet, nämlich nicht nur durch das Material, sondern auch durch die Mundstücke: Holzblasinstrumente haben ein Rohrblatt, beim Blechblasinstrument gibt es eine Anblaskante.

Dann sind wir zum Raum mit den Blechblasinstrumenten wie der Posaune, Tuba oder dem Horn gegangen. Nach einer Pause waren wir im Raum mit den Holzblasinstrumenten. Dort gab es z.B. Fagotte und Querflöten und wir konnten uns entscheiden, ob wir ein Saxophon oder die Klarinette ausprobieren wollten. Wer keine Lust mehr hatte, konnte in den Flur gehen, in dem es ganz verrückte Instrumente gibt wie die Shrutibox, die besonders in der indischen Musik gespielt wird, oder eine „Monsterflöte“.

Das „MusikMobil“ brachte uns wieder zurück. Der Ausflug war sehr schön, weil wir viel lernen konnten und dabei Spaß hatten.

Challenged

Viele entschlossene Dörpsweg-Schüler:innen – mehr noch als in früheren Jahren – nahmen am europaweiten Englischwettbewerb „The Big Challenge“ teil, der sich an Englischlener:innen der Jahrgänge 3-9 richtet.

88 Kinder und Jugendliche der Schule stellten sich unter der Regie von Herrn Hanke (Begabtenförderung) freiwillig den teils einfacheren, teils anspruchsvollen Aufgaben zu Grammatik, Wortschatz, Aussprache, Leseverstehen und Landeskunde.

„Die Fragen waren von leicht zu schwer geordnet“, berichtet Sofia (8b), „beispielsweise war es einfach, Beschreibungen von Gegenständen den passenden Abbildungen zuzuordnen.“ Schwieriger sei es da schon gewesen, den richtigen Nationalpark im Norden Englands zu benennen.

Was manchem Erwachsenen womöglich leicht erscheint, ist es nicht unbedingt auch für Schüler:innen. Wie etwa der Eurotunnel auf Englisch heißt („Channel Tunnel“), war vielleicht nicht jedem Kind des 5. Jahrgangs bekannt. Das richtige Bild bei der Frage nach der Frau des britischen Königs anzuklicken war „definitiv schwer“, darin sind sich Clemens und Jonathan (6b) einig.

„Wir haben alles am Laptop bearbeitet“, erklärt Sofia, „dabei machte das Hörverstehen einen großen Teil der Aufgaben aus. Mit unseren Kopfhörern mussten wir wichtige Inhalte aus den vorgelesenen Dialogen heraushören sowie Aufgaben zur Aussprache bearbeiten.“ So sollten Schreibweisen und Aussprachen einander zugeordnet werden, beispielsweise im Jahrgang 5 beim Wort „shone“ (für „leuchtete“), das ähnlich klingt wie das Wort „stone“ (Stein).

„Der Wettbewerb war für uns alle eine interessante Erfahrung“, so Sofias Bilanz, „und er hat vor allem viel Spaß gemacht. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse.“

Rennwagen am Start

Erstmals beteiligte sich ein Dörpsweg-Team beim „STEM Racing“, jenem früher als „Formel-1 in der Schule“ bekannten Wettbewerb, bei dem gaspatronenbetriebene Mini-Rennwagen über eine 20 m lange Rennstrecke rasen. Entscheidend sind allerdings nicht nur die Reaktionszeit und Geschwindigkeit beim Rennen selbst, vielmehr geht es auch um die Konstruktion und Fertigung, einen Businessplan und die Präsentation.

Im Rahmen des Forscherkurses stellten sich (von links nach rechts) Lasse Preuß (10d), Mustafa Sameem (10c), Emmanuel Ijeh und Kyell Neitzel (10d) den Herausforderungen dieses multidisziplinären Technologie-Wettbewerbs. Mustafa übernahm dabei das Grafikdesign und stellte im Portfolio der Gruppe die Teameinteilung, Arbeitsprozesse und das Sponsoring dar, etwa mit Hinweis auf den Schulverein, der die Entwicklung großzügig unterstützt hatte. Emmanuel widmete sich der digitalen Entwicklung des Rennwagens, dessen aerodynamische Eigenschaften er gemeinsam mit Lasse zunächst am Computer testete. Kyell schließlich war für die Produktion des Mini-Flitzers zuständig, den er erfolgreich online in 3D drucken ließ.

Beim eigentlichen Regionalmeisterschafts-Rennen von 16 Teams in der Sporthalle des Matthias-Claudius-Gymnasiums zeigte die Gruppe gute Reaktionszeiten und eine herausragende Teampräsenz, erzielte andererseits weniger Punkte etwa bei der Präsentation sowie der Geschwindigkeit und landete schließlich auf dem 13. Platz. „Für das erste Mal haben wir uns wacker geschlagen“, bilanziert Frau Dr. Hegerfeldt, die die Gruppe im Forscherkurs betreute.

Dort hatten die vier Zehntklässler mit viel Begeisterung an ihrem Rennwagen gearbeitet, sich ihrer Freizeit aber auch digital ausgetauscht. „Manchmal gab es ein bisschen Chaos bei den technischen Herausforderungen“, sagt Kyell rückblickend und grinst, „aber wir hatten viel Spaß“.

Erfolgreich an die Spitze debattiert

Mit gleich vier Debattanten waren das Gymnasium Dörpsweg in diesem Jahr beim Verbundwettbewerb „Jugend debattiert“ vertreten: Marie Purwin und Nico Schmidt (9a) debattierten souverän in Altersgruppe 1 sowie Seraphina Clasen (10b) und Maximilian Vogel (S2) erstmalig in Altersgruppe 2. Mit im Dörpsweg-Team waren zudem vier Juroren und das Schulkoordinationsteam Frau Renno und Herr Bruttig.

Insbesondere Seraphina Clasen und Maximilian Vogel (siehe Foto) zeigten in den beiden Qualifikationsdebatten hohes Fachwissen und Überzeugungskraft zu den Fragen: Soll eine Kontaktgebühr für Arztbesuche erhoben werden? Sollen „Kaufe-jetzt-zahle-später“-Bezahlmodelle bei Online-Käufen verboten werden?

Beide erreichten das Finale und debattierten dort gemeinsam in den Rollen Pro 1 und Pro 2 dafür, dass die Veröffentlichung von Wahlumfragen im Vorfeld von Wahlen verboten werden sollte. Dabei hoben sie in ihren Rollen etwa hervor, dass Wähler:innen weniger beeinflusst würden und die Chancengleichheit der Parteien erhöht würde.

Das gesamte Dörpsweg-Team erwartete schließlich das Ergebnis der Jury voller Spannung – und freute sich über den ersten Platz von Maximilian Vogel: Er wird das Gymnasium Dörpsweg beim Landeswettbewerb „Jugend debattiert“ Ende März im Rathaus vertreten.

Und wie haben die Dörpsweg-Debattanten der Altersgruppe den Tag erlebt? Hier ihre Eindrücke:

Von Marie und Nico (9a)

Am Wettbewerbstag trafen wir uns um 9:00 Uhr am Gymnasium Corveystraße. Bereits bei unserer Ankunft wurden wir sehr freundlich empfangen. Die Atmosphäre war von Anfang an angenehm und offen, so dass wir mit den Debattanten der anderen Schulen schnell ins Gespräch kamen, Erfahrungen austauschten und neue Kontakte knüpften.

Zu Beginn des Tages hatten wir ausreichend Zeit, noch einmal unsere Argumente zu wiederholen, durchzuatmen und uns mit der Umgebung vertraut zu machen. Kurz darauf startete bereits die ersten Debattenrunden, in der Altersgruppe 1 waren dies: Soll für Schulgärten eine insektenfreundliche Gestaltung vorgeschrieben werden? Sollen für schriftliche Prüfungen ab Jahrgang 10 Anwendungen mit künstlicher Intelligenz als Hilfsmittel zugelassen werden?

Die Debatten verliefen hoch konzentriert, respektvoll und auf einem hohen inhaltlichen Niveau. Besonders toll war auch hier, dass die Jury aus Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern besetzt war. Auch wenn wir das Finale leider nicht erreichten, freuten wir uns sehr mit Seraphina und Maximilian, die in der Altrsgruppe 2 im Finale standen, und freuten uns, nun als Zuhörer:innen bei den Final-Debatten dabei sein z dürfen. 

Das Verbundfinale von „Jugend debattiert“ war für uns ein eindrucksvolles Erlebnis, das uns sicherlich in positiver Erinnerung bleiben wird. Wir drücken Maximilian die Daumen und wünschen ihm viel Erfolg!

BRD-DDR-Zeitzeugengespräch mit Überraschungen

In einem spannenden Zeitzeugengespräch trafen Zwölftklässler:innen auf einen Zeitzeugen, Thomas Raufeisen, der auf eine wechselvolle Geschichte zwischen BRD und DDR mit überraschenden Wendungen zurückblickt. Eine Schülerin berichtet:

Von Emilia Oberle (S3)

Wie schafft man es, Geschichte greifbar zu machen und den damaligen Zeitgeist zu vermitteln?

Genau dieses Gefühl durfte der Kunst-Geschichte-Profilkurs 12 von Herrn Hanke durch ein Zeitzeugengespräch mit Thomas Raufeisen erleben. Er verbrachte seine Jugend sowohl in der BRD als auch in der DDR. Wie es zu dieser außergewöhnlichen Erfahrung trotz der Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg kam, erzählte er uns in zwei spannenden Stunden voller unerwarteter Wendepunkte. Sein Lebenslauf machte den Alltag und die politische Brisanz der Zeit des Kalten Krieges auf eindrucksvolle Weise deutlich.

Das Gespräch begann mit seiner Kindheit in der BRD und führte uns bis zu seinem 16. Lebensjahr – dem Alter, in dem sich sein Leben grundlegend veränderte. In diesem Alter kam es zu einer vorschnellen Reise in den Osten, die für Thomas Raufeisen zunächst wie ein Abenteuer wirkte. Doch schneller als erwartet wendete sich das Blatt. Nach der Überquerung der Grenze wurde Thomas Raufeisen und seinem Bruder deutlich, dass etwas nicht stimmte. Bei einer Rast in einer Gaststätte wurden die Kinder gebeten, draußen zu warten. Wie sich herausstellte, warteten bereits Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit auf den Vater. Er arbeitete über 30 Jahre lang als Spion im Westen für das Ministerium. Da er enttarnt worden war, musste er schnell mit der Familie in die DDR übersiedeln. Diese verborgene Wahrheit kam in diesem Moment ans Licht. Thomas Raufeisen sagte rückblickend: „Das Vertrauen zu meinem Vater war von da an gebrochen.“

Von diesem Zeitpunkt an folgte in seinem Leben ein Wendepunkt nach dem nächsten. Um seine Geschichte für uns noch greifbarer zu machen, unterstützte er seine Erzählungen mit einer Präsentation, die Bilder aus jener Zeit zeigte. Nach diesem einschneidenden Erlebnis lebte Thomas Raufeisen in der Deutschen Demokratischen Republik und entwickelte den starken Wunsch, in seine Heimat Hannover in die Bundesrepublik Deutschland zurückzukehren. Doch bis es so weit war, musste er schwere Zeiten durchstehen. Er berichtete von einer gescheiterten Flucht, bei der er gemeinsam mit seinen Eltern gefasst wurde. Daraufhin wurde er in das Gefängnis (heutige Gedenkstätte) Berlin-Hohenschönhausen gebracht. Als republikflüchtling war – bis auf seinen Bruder, der bereits durch einen Ausreiseantrag wieder in der BRD lebte – die Familie inhaftiert: in getrennten Zellen.

Nach seiner Inhaftierung siedelte Thomas Raufeisen dann wieder zurück in die BRD.

Für uns Schüler:innen war das Gespräch durchweg offen und verständlich gestaltet. Durch Nachfragen konnten wir die geschilderten Situationen noch besser nachvollziehen. Die dramatischen Jahre seiner Jugend hinterließen einen bleibenden Eindruck und führten uns vor Augen, wie wertvoll Freiheit und Demokratie sind. Zeitzeugengespräche wie dieses vermitteln nicht nur ein tieferes Verständnis für die Vergangenheit, sondern ermöglichen zugleich einen dankbaren und bewussten Blick auf unsere heutige Realität. BlueCrew