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Vielfalt und Gemeinschaft: Kulturtag 2026

Von Saira und Sahra (10c)

Den diesjährigen Kulturtag durften wir als Schulsprecherteam organisieren und leiten. Ziel des Tages ist es, die kulturelle Vielfalt unserer Schule sichtbar zu machen, Gemeinschaft zu stärken und ein klares Zeichen gegen Rassismus zu setzen.

Schon am Morgen war eine besondere Atmosphäre auf dem Schulhof spürbar. Viele Schülerinnen und Schüler kamen in traditioneller Kleidung, festlichen Gewändern oder in Outfits, die typische Merkmale ihrer Herkunft widerspiegelten. Zahlreiche Flaggen wurden stolz präsentiert. Unsere Schule verwandelte sich in ein buntes Bild verschiedenster Kulturen – ein Anblick, der zeigte, wie vielfältig und gleichzeitig verbunden wir sind.

In den Pausen organisierten wir als Schulsprecherteam einen Essensstand mit kulturell geprägten Speisen. Die Gerichte waren großzügig von Schülerinnen und Schülern gespendet worden, wofür wir uns noch einmal herzlich bedanken möchten. Der Erlös des Verkaufs wird an die humanitäre und entwicklungspolitische Organisation „Aktion gegen den Hunger“ gespendet. Damit konnten wir nicht nur kulinarische Vielfalt erleben, sondern auch gemeinsam einen Beitrag für Toleranz und Respekt leisten.

Der reguläre Unterricht fand wie gewohnt statt, doch in den Pausen wurde der Schulhof zum Treffpunkt für Austausch und Begegnung. Durch das gemeinsame Essen und die Gespräche entstanden neue Bekanntschaften, interessante Diskussionen und viele schöne Momente. Der Kulturtag hat gezeigt, wie leicht es sein kann, miteinander ins Gespräch zu kommen, wenn man offen aufeinander zugeht.

Besonders freuen dürfen sich alle, die Essen mitgebracht hatten – als kleines Dankeschön erhalten sie eine Belohnung. Außerdem wurden zwei Gewinnerklassen von uns Schulsprechern ausgezeichnet, die mit besonders kreativen und beeindruckenden Kostümen überzeugten: die Klassen 9b und 7f . Auch sie werden eine kleine Überraschung als Anerkennung für ihr Engagement erhalten.

Das übrige Essen wurde im Anschluss an Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte verteilt, sodass nichts verschwendet werden musste. Die Stimmung während des gesamten Tages war hervorragend. Viele tolle Bilder sind entstanden, die diesen Tag in Erinnerung halten.

Der Kulturtag hat einmal mehr bewiesen, wie stark unsere Schulgemeinschaft ist. Vielfalt bedeutet für uns nicht Trennung, sondern Bereicherung. Wir hoffen sehr, diesen Tag auch in den kommenden Jahren weiterführen zu können und damit ein dauerhaftes Zeichen für Respekt, Offenheit und Zusammenhalt zu setzen.

Europaprofil – Ausflug an die Spree

Mit dem Thema “Herausforderungen der Demokratie gestern und heute in Deutschland” reiste das Europaprofil des 11. Jahrgangs für zwei Tage nach Berlin und erlebte dort ein vollgepacktes Programm an historischer und politischer Bildung. Dabei erfuhren die Schüler:innen beispielhaft, was geschehen kann, wenn wichtige Errungenschaften unserer Demokratie (Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte) zerstört werden. Kontrastierend gegenübergestellt wurden Herausforderungen der aktuellen Zeit, insbesondere im Gesundheitswesen.

Von Nico Schmidt (S2):

Zwei Tage voller Politik, Geschichte und neuem Wissen. Wir als Europaprofil des Jahrgangs 11 sind für zwei Tage nach Berlin gereist. Es ging für uns früh am Morgen zum Teil noch sehr müde, aber hoch motiviert in den ICE am Hamburger Hauptbahnhof. Die Fahrt verging wie im Flug dank Schach, Kaboo und Co. und nun waren wir bereit für unser dicht geplantes Programm in Berlin.

Als erstes stand eine spannende Stadtführung durch das Regierungsviertel der Hauptstadt an. Der Fokus hierbei lag auf Berlin in der NS-Zeit. Herr Bednarz zeigte uns eindrücklich die Pläne von Albert Speer im Auftrag Adolf Hitlers, das ganze Viertel um den heutigen Hauptbahnhof in Berlin zu einem riesigen Platz mit großer Kuppel und Triumphbogen umzubauen und so eine neue Hauptstadt „Germania“ zu schaffen.

Anschließend ging es für uns unmittelbar in den Osten Berlins in den ehemaligen Sektor der Sowjetunion zur Gedenkstätte Hohenschönhausen – einer ehemaligen Untersuchungshaftanstalt der DDR. Diese wurde damals aus einer Großküche der Nazis umfunktioniert, sodass erst Nazis von der Sowjetunion und anschließend Gegner des Systems der DDR dort inhaftiert waren. Wir haben eine Führung wahrgenommen und vieles über die schockierenden Folter- sowie Verhörmethoden der Stasi und deren Auswirkungen gelernt. Insbesondere der Einblick in die damaligen Zellen schockierte uns. Nach dieser Führung mussten wir erst einmal tief durchatmen.

Abendprogramm war eine Vorstellung von „Träumt weiter“ von Frank Lüdecke im politischen Kabarett-Theater „Die Stachelschweine“. Dieses Stück bot einiges an Gesprächsstoff – und nicht alle Pointen wurden von uns als gelungen wahrgenommen. Vielfach beschreibt Lüdecke in seinem aktuellen Programm nur Probleme unserer Politik und Gesellschaft, welche bereits vielfach im medialen Diskurs vorkommen, und bietet keinerlei Lösungsansätze.

Umso größer die Überraschung der Zimmer in der DJH Berlin Ostkreuz – großräumig, sauber und modern! Beim Ausklang des Abends vertieften wir die Impulse des Tages und führten ganz im Sinne unseres Profils die Gespräche und Diskussionen des Tages fort.

Der zweite Tag startete wieder früh (7:30 Uhr) mit Frühstück in der Jugendherberge, um sich für das Tagesprogramm zu stärken. Nachdem alle gegessen hatten, ihre Zimmer aufgeräumt und ausgecheckt waren, brachen wir zum Bundesministerium für Gesundheit auf, welches wir tatsächlich zu früh erreichten, sodass wir Zeit hatten für einen Gang um den denkmalgeschützten Gebäudekomplex inkl. Familienministerium.

Im Ministerium erklärte uns Frau Reime vom Besucherdienst engagiert vieles über die verschiedenen Aufgaben, die Arbeitsweise und Schwierigkeiten des Gesundheitsministeriums. Viele Erläuterungen bauten auf den PGW-Unterricht auf, da wir uns seit ein paar Monaten mit der Gesundheitspolitik beschäftigen, die eines der Abi-Themen nächstes Jahr sein wird. Noch lieber wären wir jedoch bei der zeitgleich nur wenige Räume entfernten Pressekonferenz der Ministerin zur Finanzierung des maroden Gesundheitssystems dabei gewesen.

Nun teilten wir uns in kleinen Gruppen auf, in denen wir uns aus einem Pool von Museen jeweils eines auswählten. Meine Gruppe und ich entschieden uns für das Museum „Topographie des Terrors“, welches sich mit den zentralen Institutionen von SS und Polizei zur Zeit der Nationalsozialisten und den europaweit verübten Verbrechen beschäftigt. Dort bearbeiteten wir den uns gegebenen Arbeitsauftrag und befassten uns mit den Themen des Dokumentationszentrums. Daraufhin nahmen wir eine letzte Mahlzeit zu uns, bevor wir den Weg zurück nach Hamburg antraten.

Die Rückfahrt verlief vollkommen reibungslos (was bei der DB als nicht selbstverständlich anzusehen ist) und wir amüsierten uns erneut in der Gemeinschaft mit Spielen wie „Imposter“ und „Stirnraten“, bei denen auch die Lehrer teilweise mitspielten, bevor wir uns am Hamburger Hauptbahnhof wieder trennten.

Insgesamt war es eine sehr gelungene und informative zweitägige Exkursion, die uns als Profil nicht nur bildete, sondern uns auch menschlich näher zusammenwachsen ließ. Hierbei haben wir trotz teilweise unterschiedlicher politischer Ansichten sachlich diskutiert und uns ausgetauscht, anschließend die Differenzen hinter uns lassen und uns gemeinsam amüsieren können. Wir würden somit diesen Ausflug jederzeit wiederholen und sind sehr dankbar, dass dieser uns durch das Förderprogramm „Schule gestaltet politische Bildung“ kostenfrei ermöglicht wurde. An dieser Stelle also einen riesigen Dank an alle Beteiligten, die uns diesen Ausflug ermöglichten, und insbesondere an unsere Lehrkräfte Herr Niederhöfer und Frau Renno, die es zwei volle Tage am Stück mit uns ausgehalten haben, diese Reise organisierten und sich um alles gekümmert haben.

Müllroboter und Sedimente aus dem Pleistozän

Beim Landeswettbewerb „Jugend forscht“ wurden auch in diesem Jahr Schüler:innen des Gymnasiums Dörpsweg am DESY ausgezeichnet. Mit einem ersten Preis erhielt Sonja Kutsin (8b) sogar eine Bestplatzierung. Geehrt wurde zudem Frau Dr. Hegerfeldt als Betreuerin erfolgreicher Wettbewerbsbeiträge.

Der von Leoner Saiju (9b) und Levin Kahvand (9d) entwickelte, KI-gesteuerte Müllsammelroboter mit intelligenter Objekterkennung für die Gewässer-Reinigung erhielt einen sehr achtbaren zweiten Platz, dazu einen Sonderpreis Umwelttechnik sowie eine Auszeichnung für besondere Kreativität in der Physik. Beide Nachwuchsforscher dürfen zudem das Lern- und Forschungszentrum Louisenlund mehrere Tage lang besuchen. Eine ausdrückliche Würdigung erfuhr ihr Projekt auch in der Laudatio von Staatsrätin Katharina von Fintel, die die im Wettbewerb vertretenen Ansätze der Müllentsorgung besonders hervorhob. „Zu spüren war eine besondere Wertschätzung für Ideen zu einer besseren Gestaltung der Umwelt“, berichtet Frau Dr. Schirmer, die die Dörspweg-Nachwuchsforscher:innen zum Landesfinale ans DESY begleitete. Leoner und Levin planen nun, ihren vielversprechenden Roboter bis zum Wettbewerbsstart des nächsten Jahres fertigzustellen.

Ebenfalls mit einem zweiten Platz und einem Sonderpreis für „Forschung im Fluss“ wurde der Wettbewerbsbeitrag von Saida Minnibaeva (S2) geehrt. Saida hatte Gesteinssalze aus unterschiedlichen Lagerstätten gesammelt und diese in aufwendigen Methoden analysiert, wobei sie Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den paläozoischen und mesozoischen Mineralien herausarbeiten konnte.

Mit einem ersten Preis ging Sonja Kutsin (8b) maximal erfolgreich aus dem Landeswettbewerb hervor. Auch sie hatte sich der Erforschung von Mineralien gewidmet: Lockersedimenten wie Sand und Kies aus der schleswig-holsteinischen Kiesgrube Bokel. Bei der Analyse von Proben aus einer 2 m hohen Sedimentwand konnte sie nachweisen, dass die Mineralien im Pleistozän, also vor rund 2,6 Millionen Jahren zu uns gespült wurden. Wäre kein Wasser als Transportmittel im Spiel gewesen, wäre die Verrundung der Sandkörner deutlich höher ausgefallen, erklärt Sonja.

Durch die Nutzung des „Hjulström-Diagramms“ konnte sie auch die Geschwindigkeit ermitteln, mit der die Mineralien bewegt wurden, nämlich mit gerade einmal 0,167 km/h. Die Auswertung der von Sonja erstellten Bilder mit Hilfe der Raster-Elektronen-Mikroskop-Analyse ergab zudem, dass in den Sedimenten viel Siliciumdioxid, d.h. Quarz vorhanden ist, wie wir es in Norddeutschland nur bei Mineralien aus Skandinavien kennen, womit klar ist: Die Mineralien gelangten durch Gletscherschmelzwasser zu uns.

Sonjas Arbeit wurde auf Vermittlung von Frau Dr. Hegerfeldt hin am Schülerforschungszentrum Hamburg von Wolfgang Fraedrich betreut. Und auch Frau Dr. Hegerfeldt selbst erhielt eine Auszeichnung, begleitet sie doch seit vielen Jahren sehr erfolgreich Nachwuchsforscher:innen des Gymnasiums bei naturwissenschaftlichen Wettbewerben wie – besonders exponiert – „Jugend forscht“ und für die Jüngeren: „Jugend forscht Junior“ (ehemals „Schüler experimentieren“).

Als Sonja für ihre Erkenntnisse, Methodik  und schließlich Präsentation der Ergebnisse ausgezeichnet wurde, sei sie „ganz schön aufgeregt“ gewesen, berichtet sie, „und froh, dass meine Forschungen einen Sinn ergeben haben“. Zudem sei der Kontakt zu anderen Wettbewerbsteilnehmer:innen „sehr interessant gewesen, wir konnten uns mit Schülern auch aus anderen Schulen und Ländern austauschen.“ Vertreten waren Beiträge von Jugendlichen deutscher Schulen etwa aus der Türkei, aus Kroatien oder Argentinien, die dem Hamburger Landeswettbewerb zugeteilt waren. Auch Leoner bestätigt, dass die Gespräche mit anderen Nachwuchswissenschaftlern „sehr nett, fachlich interessant und hilfreich“ gewesen seien, konnten die Jugendlichen am zweiten Tag des Landeswettbewerbs doch ausgiebig miteinander über ihre Forschungsinteressen diskutieren.

Sonja war aufgrund ihres Alters bei der Wettbewerbssparte „Jugend forscht Junior“ angetreten. Damit endete ihre Teilnahme auf der Ebene des Landeswettbewerbs. Im nächsten Jahr will sie es zum „Jugend-forscht“-Bundesfinale schaffen, dann mit einem neuen Projekt: der Erforschung eiszeitlicher Pollen. Die Frage, ob sie ihr Preisgeld von 150 Euro in dieses Vorhaben investieren werde, lässt sie allerdings offen. Auch für das eine oder andere Mineral würde es sicher noch reichen – es muss ja nicht immer Kies sein.

Thank you for the music

Mit einem bunten Programm läuteten die musikalischen Ensembles der Schule den Frühling ein.

Schon beim ersten Auftritt zeigte der Bläserkurs 5 mit Frau Mohr und Herrn Guizetti, wie schnell die Kinder ihre Instrumente seit Sommer zu spielen gelernt haben. Auch im Verhältnis zum Weihnachtskonzert waren die Fortschritte beachtlich, die nun beim „Power Rock“ (Queen) und bei der „Ode an die Freude“ (Beethoven) zu erleben waren. Im weiteren Verlauf des Abends präsentierten auch die Bläserensembles 6 und 7 unter Leitung von Frau Mohr und Herrn Knickmann ihr Können – in vielstimmigen, satten Klängen und immer komplizierteren, präzise gespielten Arrangements von Popsongs, Volksliedern und Filmmusik.

Auch die kleineren Orchester trugen zum vielseitigen Programm des Abends bei. So spielte die Juniorband mit Kindern der 5. bis 7. Klassen unter Leitung von Herrn Gruhn zwei Popklassiker, darunter „Fields of Gold“ (Gordon Summer). Das Orchester, geleitet von Frau Mohr, ließ mit Camille Saint-Saëns‘ zartem „Schwan“ und Vivaldis energetischem „Sommer“ aus den „Vier Jahreszeiten“ zwei ganz unterschiedliche Werke erklingen.

Die Chöre präsentierten weitere Highlights des Abends. Der von Frau Renno und Sander Kraft (S2) geleitete Unterstufenchor widmete sich mit der Pavane „Belle qui tiens ma vie“ und dem Song „Je ne parle pas français“ (Namika) gekonnt zwei Stücken mit einem Frankreich-Bezug. Der Schulchor der höheren Jahrgänge, geleitet von Frau Lomkina, beglückte das Publikum mit „Thank you for the music“ (Abba) und „Sara perche ti amo“ (Ricchi e Poveri).

Eine Überraschung gelang der neu gegründeten Big Band unter Leitung von Herrn Guizetti. Aus Sorge, noch nicht fortgeschritten genug zu sein, hatte sich die Band erst nicht aufs Programm setzen lassen, sich im letzten Moment erfreulicherweise aber doch für einen Auftritt entschieden. Souverän und zur Begeisterung des Publikums spielte die Band Swing-Klassiker wie den legendären „Basin Street Blues“ (Spencer Williams) einschließlich mitreißender Improvisationssoli einzelner Instrumente.

Den Abschluss des Abends gestaltete der Lehrerchor, geleitet von Frau Renno, mit dem sehr gekonnt und harmonisch gesungenen Mey-Klassiker „Gute Nacht Freunde“, mit dem ein rundum glückliches Publikum verabschiedet wurde.

Ablehnung beim Klimaziel und politisch klare Distanzen: dialogP

Von Clara Sander und William Lohrke (S2)

Kontroverse Positionen, deutliche Abstimmungsergebnisse und sichtbare Spannungen zwischen den politischen Lagern prägten die dialogP-Veranstaltung am Gymnasium Dörpsweg.

Im Austausch mit Schülerinnen und Schülern des Europa- und Wirtschaftsprofils des 11. Jahrganges diskutierten Vertreter der Hamburgischen Bürgerschaft über zentrale politische Fragen, wie das Klimaziel der Stadt für das Jahr 2040, die Einführung von Überwachungskameras im öffentlichen Raum Hamburgs, den Vorschlag, alle Kliniken in städtische Trägerschaft zu geben, ob alle, die sich für den öffentlichen Dienst bewerben, vom Verfassungsschutz überprüft werden sollten und ob sich die Bürgerschaft für ein AfD-Verbot auf Bundesebene engagieren sollte.

Bereits in seiner Eröffnungsrede ordnete Schulleiter Herr Peters die Bedeutung des Diskussions-Formats ein. Demokratie, so Peters, sei weltweit keineswegs selbstverständlich. Umso wichtiger sei es, dass junge Menschen sich informieren, Position beziehen und den politischen Diskurs aktiv mitgestalten. Zugleich verwies er auf strukturelle Aspekte politischer Repräsentation und stellte fest, dass der Frauenanteil auf dem Podium nicht dem vergleichsweise hohen Anteil in der Hamburgischen Bürgerschaft entspreche.

Die an die Diskussionen anschließenden Abstimmungen der Schülerinnen und Schüler ergaben ein differenziertes Meinungsbild. Eine Mehrheit von 58,9 Prozent sprach sich gegen das Festhalten am Hamburger Klimaziel 2040 aus. Auch die Einführung von Videokameras im öffentlichen Raum wurde mehrheitlich abgelehnt (58,3 Prozent). Gegen eine vollständige städtische Trägerschaft aller Kliniken votierten 65,7 Prozent. Zustimmung fand hingegen die Idee, Bewerber für den öffentlichen Dienst durch den Verfassungsschutz überprüfen zu lassen (59 Prozent). Eine deutliche Mehrheit von 69,4 Prozent sprach sich gegen ein Engagement der Hamburgischen Bürgerschaft für ein AfD-Verbot auf Bundesebene aus.

In der Diskussion wurde jedoch deutlich, dass die Ablehnung eines solchen Engagements nicht zwangsläufig eine inhaltliche Unterstützung der AfD bedeutet. Alle anwesenden Vertreter der Parteien äußerten sich grundsätzlich offen für ein Verbot, verwiesen jedoch übereinstimmend auf eine aus ihrer Sicht derzeit unzureichende Beweislage.

Im Zentrum der Debatte um das neue Klimaziel von Hamburg, schon bis 2040, statt 2045, klimaneutral zu sein, standen die Fragen der Umsetzbarkeit und Sinnhaftigkeit. Die Positionen der Parteien unterschieden sich dabei sowohl inhaltlich als auch in der Gewichtung politischer Instrumente. Der Vertreter der AfD (Herr Mennerich) stellte den menschengemachten Klimawandel grundsätzlich infrage und wich damit vom wissenschaftlichen Konsens ab.
Darüber hinaus brachte er im Kontext sicherheitspolitischer Fragen die Überlegung ein, Wohnungslose verpflichtend in „klosterähnlichen“  Einrichtungen unterzubringen, um ihnen „Strukturen“ zu vermitteln.

Der Vertreter der Linken (Herr Libbertz) bekannte sich zum Klimaziel, ließ jedoch offen, wie dessen Finanzierung und wirtschaftliche Umsetzung konkret erfolgen sollen. Ergänzend verwies er auf die Notwendigkeit grundlegender systemischer Veränderungen. Die politische Distanz zur AfD zeigt er auch, indem er es ablehnte auf dem gleichen Stuhl wie sein Vorredner zu sitzen.

Die CDU (Herr Heißner) sprach sich für marktwirtschaftliche Steuerungsinstrumente aus. Im Vordergrund standen wirtschaftliche Anreize wie die CO₂-Bepreisung und strukturelle Anpassungen, während staatliche Eingriffe in Form verbindlicher Regulierungen kritisch bewertet wurden.

Von Seiten der SPD (Herr Ilkhanipour) wurde eingeräumt, dass ein vollständig ausgearbeiteter Plan zur Umsetzung des Klimaziels bislang nicht vorliegt. Dies wurde mit der Komplexität der Aufgabe begründet.

Die Vertreterin der Grünen (Frau Warnecke) argumentierte für ein ambitionierteres Vorgehen und verwies darauf, dass die Finanzierung klimapolitischer Maßnahmen langfristig ohnehin erforderlich sei. Ein früheres Handeln könne daher zur effizienteren Umsetzung beitragen.

Neben den inhaltlichen Differenzen prägten auch sichtbare Abgrenzungen und zugespitzte Positionen die Debatten. Dabei zeigte sich auch, dass die Schülerinnen und Schüler die Argumente der Parteien kritisch prüften und eigenständig bewerteten.

So konnte im Wirtschaftsprofil des S2 keiner der anwesenden Politiker überzeugen. Die vorgetragenen Positionen wurden dort mehrheitlich als nicht ausreichend konkret oder nicht schlüssig bewertet.

Die Veranstaltung verdeutlichte insgesamt die Spannbreite politischer Ansätze, politische Spannungen, sowie die Herausforderungen bei der Auseinandersetzung mit komplexen Themen an ein junges Publikum. Zugleich bestätigte sich die zentrale Aussage der Eröffnungsrede: Politischer Diskurs lebt vom Austausch unterschiedlicher Positionen, auch und gerade dann, wenn keine unmittelbare Einigung erzielt wird.

„Jugend debattiert“: Vize-Landesmeister

Mehrfach debattierte Maximilian Vogel (S2, 3. von links) bereits bei Hamburger Landesfinalrunden, nun qualifizierte er sich zum zweiten Mal für den Bundeswettbewerb „Jugend debattiert“. Seine Mitschülerin Seraphina Clasen (10b), selbst erfahrene Debattantin und mehrfache Siegerin des Schul- sowie Verbundwettbewerbs, berichtet, wie es beim Landeswettbewerb im Hamburger Rathaus zuging:

Von Seraphina (10b)

Hitzige Debatten, kontroverse Fragestellungen und spannende Schlagabtausche: Auch im 25. Jubiläumsjahr von Jugend debattiert fand der Hamburger Landeswettbewerb erneut im feierlichen Rahmen des Rathauses statt. Ich selbst hatte das Privileg live am Wettbewerbstag dabei zu sein und konnte deshalb eine ganz besondere Atmosphäre spüren: eine Mischung aus einer energetisch geladenen, knisternden Anspannung der Teilnehmer, die jedoch von einer motivierten und positiven Grundstimmung getragen wurde. Dies ließ sich ebenfalls in den Debatten selbst wiedererkennen, in denen stets ein respektvolles Miteinander gepflegt wurde und ein hohes Maß an Gesprächsfähigkeit herrschte.

Unser Gymnasium Dörpsweg war, wie bereits die Jahre zuvor, erneut unter den Teilnehmern vertreten. Maximilian Vogel (S2), der zuvor bereits den vergangenen Verbundwettbewerb für sich mit einer Bestplatzierung entschieden hatte, bewies erneut, dass er zu den besten Rednern ganz Hamburgs gehört. So verwies er beispielsweise in der Position Pro 1 zu der Fragestellung, ob es für Abgeordnete eine Höchstgrenze bei Mandatszeiten geben sollte, auf die „Lame-Duck“-Problematik bei Abgeordneten. Zudem plädierte er gegen eine festgefahrene Politik und nannte die Jugendorganisationen der Parteien und deren Förderung von politischem Nachwuchs.

Nach zwei packenden Vorrunden qualifizierte er sich schließlich für das entscheidende Finale im großen Festsaal. Hierbei vertrat er die ihm zuvor zugeloste Rolle Pro 2 zu der Fragestellung, ob eine Vermögenssteuer eingeführt werden sollte. Insgesamt handelte es sich um eine facettenreiche und spannende Debatte auf einem hohen Niveau, die alle Perspektiven beleuchtete. Besonders hob die Jury die ausgeprägte Sachkenntnis Maximilians sowie seine beeindruckende Überzeugungskraft hervor.

Am Ende des Tages belegte er einen hervorragenden zweiten Platz. Damit hat er sich das Ticket für das Bundesfinale gesichert und wird im Juni ganz Hamburg in Berlin vertreten. Wir drücken ihm ganz fest die Daumen und wüschen ihm viel Spaß und Erfolg für den kommenden Wettbewerb!