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Vielfalt und Gemeinschaft – Kulturtag 2026

Von Saira und Sahra (10c)

Den diesjährigen Kulturtag durften wir als Schulsprecherteam organisieren und leiten. Ziel des Tages ist es, die kulturelle Vielfalt unserer Schule sichtbar zu machen, Gemeinschaft zu stärken und ein klares Zeichen gegen Rassismus zu setzen.

Schon am Morgen war eine besondere Atmosphäre auf dem Schulhof spürbar. Viele Schülerinnen und Schüler kamen in traditioneller Kleidung, festlichen Gewändern oder in Outfits, die typische Merkmale ihrer Herkunft widerspiegelten. Zahlreiche Flaggen wurden stolz präsentiert. Unsere Schule verwandelte sich in ein buntes Bild verschiedenster Kulturen – ein Anblick, der zeigte, wie vielfältig und gleichzeitig verbunden wir sind.

In den Pausen organisierten wir als Schulsprecherteam einen Essensstand mit kulturell geprägten Speisen. Die Gerichte waren großzügig von Schülerinnen und Schülern gespendet worden, wofür wir uns noch einmal herzlich bedanken möchten. Der Erlös des Verkaufs wird an die humanitäre und entwicklungspolitische Organisation „Aktion gegen den Hunger“ gespendet. Damit konnten wir nicht nur kulinarische Vielfalt erleben, sondern auch gemeinsam einen Beitrag für Toleranz und Respekt leisten.

Der reguläre Unterricht fand wie gewohnt statt, doch in den Pausen wurde der Schulhof zum Treffpunkt für Austausch und Begegnung. Durch das gemeinsame Essen und die Gespräche entstanden neue Bekanntschaften, interessante Diskussionen und viele schöne Momente. Der Kulturtag hat gezeigt, wie leicht es sein kann, miteinander ins Gespräch zu kommen, wenn man offen aufeinander zugeht.

Besonders freuen dürfen sich alle, die Essen mitgebracht hatten – als kleines Dankeschön erhalten sie eine Belohnung. Außerdem wurden zwei Gewinnerklassen von uns Schulsprechern ausgezeichnet, die mit besonders kreativen und beeindruckenden Kostümen überzeugten: die Klassen 9b und 7f . Auch sie werden eine kleine Überraschung als Anerkennung für ihr Engagement erhalten.

Das übrige Essen wurde im Anschluss an Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte verteilt, sodass nichts verschwendet werden musste. Die Stimmung während des gesamten Tages war hervorragend. Viele tolle Bilder sind entstanden, die diesen Tag in Erinnerung halten.

Der Kulturtag hat einmal mehr bewiesen, wie stark unsere Schulgemeinschaft ist. Vielfalt bedeutet für uns nicht Trennung, sondern Bereicherung. Wir hoffen sehr, diesen Tag auch in den kommenden Jahren weiterführen zu können und damit ein dauerhaftes Zeichen für Respekt, Offenheit und Zusammenhalt zu setzen.

Ablehnung beim Klimaziel und politisch klare Distanzen: dialogP

Von Clara Sander und William Lohrke (S2)

Kontroverse Positionen, deutliche Abstimmungsergebnisse und sichtbare Spannungen zwischen den politischen Lagern prägten die dialogP-Veranstaltung am Gymnasium Dörpsweg.

Im Austausch mit Schülerinnen und Schülern des Europa- und Wirtschaftsprofils des 11. Jahrganges diskutierten Vertreter der Hamburgischen Bürgerschaft über zentrale politische Fragen, wie das Klimaziel der Stadt für das Jahr 2040, die Einführung von Überwachungskameras im öffentlichen Raum Hamburgs, den Vorschlag, alle Kliniken in städtische Trägerschaft zu geben, ob alle, die sich für den öffentlichen Dienst bewerben, vom Verfassungsschutz überprüft werden sollten und ob sich die Bürgerschaft für ein AfD-Verbot auf Bundesebene engagieren sollte.

Bereits in seiner Eröffnungsrede ordnete Schulleiter Herr Peters die Bedeutung des Diskussions-Formats ein. Demokratie, so Peters, sei weltweit keineswegs selbstverständlich. Umso wichtiger sei es, dass junge Menschen sich informieren, Position beziehen und den politischen Diskurs aktiv mitgestalten. Zugleich verwies er auf strukturelle Aspekte politischer Repräsentation und stellte fest, dass der Frauenanteil auf dem Podium nicht dem vergleichsweise hohen Anteil in der Hamburgischen Bürgerschaft entspreche.

Die an die Diskussionen anschließenden Abstimmungen der Schülerinnen und Schüler ergaben ein differenziertes Meinungsbild. Eine Mehrheit von 58,9 Prozent sprach sich gegen das Festhalten am Hamburger Klimaziel 2040 aus. Auch die Einführung von Videokameras im öffentlichen Raum wurde mehrheitlich abgelehnt (58,3 Prozent). Gegen eine vollständige städtische Trägerschaft aller Kliniken votierten 65,7 Prozent. Zustimmung fand hingegen die Idee, Bewerber für den öffentlichen Dienst durch den Verfassungsschutz überprüfen zu lassen (59 Prozent). Eine deutliche Mehrheit von 69,4 Prozent sprach sich gegen ein Engagement der Hamburgischen Bürgerschaft für ein AfD-Verbot auf Bundesebene aus.

In der Diskussion wurde jedoch deutlich, dass die Ablehnung eines solchen Engagements nicht zwangsläufig eine inhaltliche Unterstützung der AfD bedeutet. Alle anwesenden Vertreter der Parteien äußerten sich grundsätzlich offen für ein Verbot, verwiesen jedoch übereinstimmend auf eine aus ihrer Sicht derzeit unzureichende Beweislage.

Im Zentrum der Debatte um das neue Klimaziel von Hamburg, schon bis 2040, statt 2045, klimaneutral zu sein, standen die Fragen der Umsetzbarkeit und Sinnhaftigkeit. Die Positionen der Parteien unterschieden sich dabei sowohl inhaltlich als auch in der Gewichtung politischer Instrumente. Der Vertreter der AfD (Herr Mennerich) stellte den menschengemachten Klimawandel grundsätzlich infrage und wich damit vom wissenschaftlichen Konsens ab.
Darüber hinaus brachte er im Kontext sicherheitspolitischer Fragen die Überlegung ein, Wohnungslose verpflichtend in „klosterähnlichen“  Einrichtungen unterzubringen, um ihnen „Strukturen“ zu vermitteln.

Der Vertreter der Linken (Herr Libbertz) bekannte sich zum Klimaziel, ließ jedoch offen, wie dessen Finanzierung und wirtschaftliche Umsetzung konkret erfolgen sollen. Ergänzend verwies er auf die Notwendigkeit grundlegender systemischer Veränderungen. Die politische Distanz zur AfD zeigt er auch, indem er es ablehnte auf dem gleichen Stuhl wie sein Vorredner zu sitzen.

Die CDU (Herr Heißner) sprach sich für marktwirtschaftliche Steuerungsinstrumente aus. Im Vordergrund standen wirtschaftliche Anreize wie die CO₂-Bepreisung und strukturelle Anpassungen, während staatliche Eingriffe in Form verbindlicher Regulierungen kritisch bewertet wurden.

Von Seiten der SPD (Herr Ilkhanipour) wurde eingeräumt, dass ein vollständig ausgearbeiteter Plan zur Umsetzung des Klimaziels bislang nicht vorliegt. Dies wurde mit der Komplexität der Aufgabe begründet.

Die Vertreterin der Grünen (Frau Warnecke) argumentierte für ein ambitionierteres Vorgehen und verwies darauf, dass die Finanzierung klimapolitischer Maßnahmen langfristig ohnehin erforderlich sei. Ein früheres Handeln könne daher zur effizienteren Umsetzung beitragen.

Neben den inhaltlichen Differenzen prägten auch sichtbare Abgrenzungen und zugespitzte Positionen die Debatten. Dabei zeigte sich auch, dass die Schülerinnen und Schüler die Argumente der Parteien kritisch prüften und eigenständig bewerteten.

So konnte im Wirtschaftsprofil des S2 keiner der anwesenden Politiker überzeugen. Die vorgetragenen Positionen wurden dort mehrheitlich als nicht ausreichend konkret oder nicht schlüssig bewertet.

Die Veranstaltung verdeutlichte insgesamt die Spannbreite politischer Ansätze, politische Spannungen, sowie die Herausforderungen bei der Auseinandersetzung mit komplexen Themen an ein junges Publikum. Zugleich bestätigte sich die zentrale Aussage der Eröffnungsrede: Politischer Diskurs lebt vom Austausch unterschiedlicher Positionen, auch und gerade dann, wenn keine unmittelbare Einigung erzielt wird.

Päckchen-Pingpong zwischen Ost und West

Von Jonas Groth (S4)

1989 fiel die Berliner Mauer und vereinte das deutsche Volk wieder. Doch zuvor brachte die Teilung großes Leid über viele Familien. Aufgrund von Versorgungsengpässen wurden damals sogenannte „Westpakete“ von Verwandten und Freunden aus der Bundesrepublik in die DDR geschickt. Die Sendungen enthielten Produkte, die in der DDR kaum oder gar nicht erhältlich waren.

Unter dem Motto „Grenzenlos verpackt“ organisierte Herr Hanke einen Austausch zwischen unserer Schule und einer heutigen ostdeutschen Schule. Der Erstkontakt begann – ganz im Sinne der Ostpolitik Willy Brandts – mit einer Annäherung seitens des Westens, vertreten durch seinen „ideologischen Nachfolger“ Herrn Hanke, Leiter des Kunstprofils am Gymnasium Dörpsweg. Dahinter stand der Wunsch, Unterricht nicht nur lehrreich, sondern auch greifbar zu gestalten.

Der Austausch mit der anderen 12. Klasse ermöglichte uns einen Perspektivwechsel und bot eine spannende Form des Unterrichts. Gleichzeitig wurde die schwierige Versorgungslage in der DDR durch die enthaltenen Produkte deutlich.

In unserem Westpaket befanden sich neben einem Klassenfoto und einem Brief unter anderem Schokolade aus südamerikanischen Kakaobohnen, westdeutsche Marken von Weingummi, sowie irischer Whiskey – alles Dinge, die für DDR-Bürger schwer zugänglich waren. Hinzu kamen Hygieneartikel wie Seife, Nivea-Creme und Fa-Duschgel. Besonders symbolträchtig war das Softgetränk Coca-Cola, ein Sinnbild des Westens.

Aus dem Osten erhielten wir unter anderem Duftkegel, Sekt und Bier, die auch die damalige Konsumkultur widerspiegelten, sowie kunstvollen Holzschmuck. Natürlich fanden auch DDR-Alternativen ihren Weg ins Paket, etwa Vita-Cola, Jetti-Schokolade oder Nutella-Nachahmungen. Eine Flasche Fit-Spülmittel sowie ein Klassenfoto rundeten den Inhalt ab.

Unser Kurs fieberte dem Austausch mit großer Neugier entgegen und hatte viel Freude beim Auspacken der verschiedenen Produkte und beim Entdecken ihrer Geschichten. Insgesamt kann man sagen, dass der Austausch ein voller Erfolg war – auch wenn die Reaktion der anderen Klasse für uns weitgehend im Verborgenen blieb.

Doch wie die damalige DDR-Propaganda den Paketaustausch bezeichnen würde: Die Genossen des sozialistischen Ostdeutschlands überreichten dem imperialistischen Westen im Geiste der Völkerverständigung ein brüderliches Geschenk. Die Überlegenheit der sozialistischen Wirtschaft beeindruckte durch ihre Produkte und demonstrierte ihren Wert. Die westlichen Güter wurden respektvoll entgegengenommen und als Zeichen der Versöhnung gewürdigt.