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Journée franco-allemande 2026

Den Deutsch-Französischen Tag, zentrales Eckdatum der europäischen Geschichte, feierte die Schulgemeinschaft der Europaschule Gymnasium Dörpsweg auch in diesem Jahr gut gelaunt und mit vielen Aktivitäten.

Organisiert von der Fachschaft Französisch, gab es in der Frühstückspause auf dem Schulhof ein von Französischkursen gemeinsam gerapptes Lied, Schmink-Aktionen, Plakate, Infotafeln, Flaggen – und dann natürlich Crêpes. Diese wurden von engagierten Französischlerner:innen des 10. Jahrgangs gemeinsam mit Frau Haller gebacken und in die Klassen gebracht, wodurch sich das aus früheren Jahren bekannte Gedränge elegant vermeiden ließ.

Französischschüler:innen höherer Jahrgänge informierten im mittleren Stundenblock die jüngeren Jahrgänge über die besondere Bedeutung des Deutsch-Französischen Tages. So erinnert die „Journée franco-allemande“ an die Unterzeichnung des Elysee-Vertrags aus dem Jahr 1963 und damit an die herausragende Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft. Diese gilt vielen als Motor unseres friedlichen, kooperativen europäischen Zusammenhalts sowie der Partnerschaft beider Länder in vielen Bereichen, darunter der Wirtschaft, Kultur und Bildung.

„Es war schön, die Freude in all den Gesichtern zu sehen“, bilanzierte die Französisch-Fachleiterin der Schule, Julia Margedant, im Anschluss, „der Tag hatte etwas sehr Verbindendes und die Stimmung war richtig gut, es hat großen Spaß gemacht, so habe ich es von vielen Seiten gehört.“ Auch das kühle Winterwetter konnte der guten Laune nichts anhaben. Und wer sich nach mehr Wärme sehnt, kann für die nächsten Ferien ja schon einmal einen Ausflug an die südfranzösische Côte d‘Azur ins Auge fassen.

DELF erfolgreich absolviert

19 Schüler:innen des 11. Jahrgangs können sich über bestandene DELF-Prüfungen freuen. Bereits im 10. Jahrgang waren sie von den Französischlehrkräften Frau Margedant und Frau Lemaire im regulären Fremdsprachenunterricht auf die Prüfungen vorbereitet worden. Nun erhielten sie ihre Urkunden, die ihnen Französischkompetenzen auf dem Niveau B1 attestieren.

Die Französisch-Lerner:innen nahmen auch in diesem Jahr gemeinsam an der schriftlichen DELF-Prüfung teilnahmen, die eine Klassenarbeit ersetzte. Wer genügend Punkte erhielt, konnte sich anschließend auch bei der mündlichen Prüfung bewähren, die ebenfalls Voraussetzung für das DELF-Diplom ist. Wer sich die mündliche DELF-Prüfung nicht zutraute, nahm stattdessen übrigens an einer Sprach-Prüfung in Kleingruppen teil und erlebte nicht selten gleichermaßen, dass das sprachliche Können größer ist, als man es sich womöglich zutraut. 

Neben Sprach- und Kommunikationskompetenzen geht es in den DELF-Prüfungen immer auch um die Fähigkeit, konkrete Probleme zu lösen, die sich aus Alltagssituationen ergeben. „Ich war begeistert“, so Fachleiterin Julia Margedant, „wie mutig und engagiert sich die Prüflinge auf diese Situationen eingelassen und sich getraut haben. Sie können stolz auf sich sein.“

Die Prüfungen sind dank der Vorbereitung machbar, aber kein Selbstgänger. Die Schüler:innen zeigen Kompetenzen im Hör- und Leseverstehen, im schriftlichen und mündlichen Ausdruck. Dabei kennen sie die genauen Themen vorher nicht, sie zeigen vielmehr, dass sie auch in neuen Situationen sprachlich flexibel agieren können.

Es ist für die Absolventen angenehm, dass die Prüfungen direkt am Gymnasium Dörpsweg absolviert werden können, statt extern, doch die Aufgabenformate und Bewertungskriterien sind vom französischen Bildungsministerium definiert und weltweit vergleichbar. Dafür ist das DELF-Diplom (Diplôme d’Etudes en Langue Française) lebenslang und international gültig. Es kann bei der Immatrikulation an internationalen Hochschulen genauso genutzt werden wie für die weitere berufliche Karriere. Und man kann auch sich selbst beweisen, dass man das seit der 6. Klasse Gelernte nutzen kann.

Alfons zurück am Dörpsweg

Zum zweiten Mal besuchte der deutsch-französische Kabarettist Alfons (Emmanuel Peterfalvi) Oberstufenschüler:innen der Jahrgänge 11 und 12 am Dörpsweg. Unter dem Motto „Demokratie in Gefahr“ sprach der glühende Europäer mit den Schüler:innen des Europa- und des Wirtschaftsprofils über Nationalismus, der leicht zu Krieg führe, über Social Media, in denen Dinge geäußert werden können, die sonst nicht zulässig erscheinen, und über das Gefühl vieler Jugendlicher, kein Gehört zu finden.
Eine Schülerin aus dem Europaprofil des 11. Jahrgangs berichtet:

Von Lina Rohlf (S1)

Das Europa- und Wirtschaftsprofil des elften Jahrgangs hatte zunächst Alfons‘ Programm „Klasse!“ im Kulturhaus Eidelstedt besucht. Er bezog sich bei diesem Programm vor allem auf die Wehrhaftigkeit der Demokratie in Deutschland, verbunden mit deutschen Klischees und humorvollen Geschichten aus seinem Leben, unter anderem Besuchen an deutschen Schulen.

Dieses Themengebiet führte er dann an unserer Schule fort. Nach einer persönlichen Einleitung, in der er über seine Zeit in Frankreich, aber auch seine ersten Erfahrungen in Deutschland berichtete, schlug er vor, eine Diskussion mit ihm als Leiter zu führen. Dabei sprachen er und alle Schüler des Wirtschafts- und Europaprofils aus dem elften und zwölften Jahrgang über verschiedene politische Themen wie Wehrpflicht, Wehrhaftigkeit der Demokratie oder darüber, welche Rolle die Jugend in der heutigen Zeit in der Politik spielt.

Es wurde heiß diskutiert und verschiedene Sichtweisen wurden einander näher gebracht. Vor allem wurde deutlich, dass wir als Jugendliche uns zu wenig vertreten und verstanden fühlen durch die Politik, insbesondere beim Thema Wehrpflicht, bei dem wir ja direkt betroffen sind. Alfons leitete diese Diskussionen, teilte uns seine eigene Haltung und Erfahrungen zu den Themen mit und gab neue Anregungen und Ideen. Zu guter Letzt erzählte er uns von seiner Stiftung, die nach seiner Großmutter entstanden ist und mit der er uns unterstützen will, damit wir die Politik für die Zukunft mitgestalten können und mehr gehört und vertreten werden.

Zum Internetauftritt von Alfons‘ „Grand-Mère-Stiftung“ gelangen Sie über https://www.gm-stiftung.org.
Einen Bericht über Alfons‘ ersten Besuch am Gymnasium finden Sie hier.   

Von Papanasi zu Franzbrötchen

Zum zweiten Mal fand ein Austausch zwischen Schüler:innen der Oberstufe aus dem rumänischen Sibiu (Hermannstadt) und dem Gymnasium Dörpsweg statt. Letztere waren vor den Sommerferien ans Brukenthal-Gymnasium gereist und empfingen nun ihre rumänischen Gäste in Hamburg. Wie dies war, berichten Teilnehmer:innen beider Länder:

Von Mila und Johanna (Gymnasium Dörpsweg)
sowie Alesia und Ana (Brukenthal- Gymnsasium)

Nachdem eine Gruppe von 16 Schüler:innen im Juni eine tolle Woche in Hermannstadt/Sibiu verbringen durfte, konnten sie nun die rumänischen Schüler:innen in Hamburg empfangen. Dies hat das Erasmus+ Programm der EU ermöglicht.Auf dem Programm unter dem Motto: “Demokratie und Minderheiten“ standen für die sechs Tage gemeinsame Ausflügen und Aktivitäten, aber auch viel freie Zeit, die im Sinne des Zusammenseins und der verschiedenen Interessen gut genutzt wurde.

Nach der Anreise am Sonntag stand beispielsweise eine Barkassenfahrt bei schönstem Wetter durch den Hamburger Hafen an, am Abend wurden aus Eigeninitiative in einer etwas kleineren Runde die Aussicht vom Bunker und die beeindruckenden Wasserlichtspiele, begleitet von bekannter Filmmusik, in „Planten un Blomen“ genossen. 

Ein besonderes Highlight war der Tagesausflug nach Berlin, bei dem wir nicht nur die deutsche Hauptstadt entdecken konnten, sondern Dank des Europäischen Hauses noch mehr über die EU und somit auch über Gemeinsamkeiten von Rumänien und Deutschland gelernt haben. Johanna fand es „toll, dass auch wir Hamburger noch viel Neues erfahren haben und viele Fragen stellen konnten“.

Am Mittwochabend hieß es dann: „Stage Entertainment präsentiert Ihnen das Musical – Michael Jackson!“ Auch diesergemeinsame Abend im Musical auf der anderen Elbseite kam besonders gut an. In schicken Klamotten durften wir in das Leben des „King of Pop“ eintauchen, und die Aufführung mit ganz viel Tanz und Musik hat uns alle sehr begeistert. Ana, eine der Rumäninnen, fand es „super beeindruckend. So etwas habe ich noch nie gesehen“.

Wir sind dem Erasmus+ Programm sehr dankbar, dass wir die Möglichkeit bekommen haben, neue Leute kennenzulernen, ein neues Land und vor allem eine neue Kultur zu entdecken und eine tolle Zeit zu haben.

Ciao Genova

Ein schönes Kapitel geht zu Ende – und macht Platz für Neues. Im September reisten Italienisch-Lernende des 8. Jahrgangs vom Gymnasium Dörpsweg ein letztes Mal zum Schüleraustausch in die italienischen Küstenstadt Genua. Die Schüler:innen erlebten eine spannende Woche voller kultureller Eindrücke, kulinarischer Entdeckungen und italienischer Gastfreundschaft. Ein Höhepunkt war der Besuch im Acquario di Genova, wo die Jugendlichen nicht nur faszinierende Meerestiere bestaunten, sondern auch etwas über die Bedeutung des Meeresschutzes und die Folgen der Verschmutzung der Weltmeere lernten – natürlich auf Italienisch.

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge verabschiedet sich die Fachschaft Italienisch langsam von Genua – der Gegenbesuch in Hamburg findet im Juni nächsten Jahres noch statt – und freut sich gleichzeitig auf den neuen Austausch mit dem „Istituto Comprensivo Montalcini“ in Campi Bisenzio vor den Toren von Florenz, welcher bereits in der kommenden Woche beginnt. Die kleine Stadt Campi Bisenzio in der Toskana liegt unweit der weltberühmten Kunstmetropole und verspricht viele neue Begegnungen und Entdeckungen.

 

Eintauchen in den Alltag Roms

Viele Schülergruppen der Mittel- und Oberstufe nehmen an Reise- und Austauschprogrammen ins europäische Ausland teil. Doch auch individuelle Einzelaustausche sind beliebt und werden unterstützt. Lesen Sie hier, wie es einer Neutklässlerin erging, die drei Monate in Rom verbracht hat:

Von Alice Parenti (9d)

Meinen Austausch nach Rom habe ich mit Erasmus+ gemacht. Das ist ein Programm, welches Schüleraustausche im Ausland finanziert, es übernimmt z.B. Kosten für die Hin- und Rückreise, öffentliche Verkehrsmittel, ggf. Schule etc. Als der Zeitpunkt meiner Abreise nach Rom kam, war ich sehr nervös, aber ich habe mich schon gefreut, fast vier Monate in Italien verbringen zu dürfen. Schon an meinem ersten Tag an der Deutschen Schule Rom wurde ich herzlich aufgenommen und willkommen geheißen. Die Gastfreundlichkeit dieser Schule hat alle meine Erwartungen übertroffen. Trotz der Anfangsschwierigkeiten mit dem Aufholen des Lernstoffs – die DSR war in fast allen Fächern vom Inhalt ein halbes Jahr weiter – habe ich mich schnell einleben können und wurde fast sofort ein Teil der Klasse. Das Klassenklima war echt fantastisch. Jeder hat sich gut mit jedem verstanden, sodass es sogar egal war, neben wem man saß. Wir haben uns auch immer gegenseitig unterstützt und geholfen.

Auch die Stadt ist toll und ganz anders als Hamburg. An jeder Ecke gibt es Ruinen und Kirchen zu entdecken und vor allem im Zentrum konnte man genau sehen, dass dies einmal eine der einflussreichsten Städte gewesen ist.

Die Nachmittage der ersten paar Wochen habe ich damit verbracht, mir mit meinen neuen Freunden Rom anzuschauen. Am meisten haben mich das Kolosseum und die „Villa Borghese“ beeindruckt. Aber mein absolutes Highlight war der „Porta Portese“.  Das ist ein Flohmark, der jeden Sonnatg stattfindet und bei dem man Klamotten und anderes für sehr niedrige Preise findet. Dort war ich so oft, dass ich für meine Rückreise einen extra Koffer kaufen musste.

Was Rom grundsächlich von Hamburg unterscheidet, ist auch das Wetter. Wenn man die Temperaturen von Januar bis April vergleicht, ist es in Rom fast immer ca. 10° wärmer. Es war auch viel sonniger dort und geregnet hat es fast nie.

Doch was mir am meisten am Austausch im Allgemeinen gefallen hat ist, wie sehr es mich weitergebracht hat. Und das nicht nur in meinen Italienischkentnissen, die sich seitdem sehr verbessert haben, sondern auch in sozialen und kulturellen Bereichen. Ich musste mich in einer neuen Schule und einer neuen Familie einleben und obwohl das seine Zeit braucht, habe ich sie gern investiert. Ich musste mich an eine neue Kultur anpassen, die nicht so sehr der deutschen ähnelt, wie man vielleicht denken würde. In Italien wird z. B. viel weniger Wert auf Regeln gesetzt. Beispielsweise bei der Metro sind ganz viele Menschen immer über die Kontrollgitter gestiegen und die Kontrolleure haben einfach dabei zugesehen.

Natürlich hat die italienische Kultur ihre Vor- und Nachteile, doch es hat mir echt Spaß gemacht, einmal in sie eintauchen zu können und wie eine echte Italienerin zu leben.