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Italientag im hohen Norden

Italienischlerner:innen des 9. Jahrgangs waren dabei, als Studierende der Christian-Albrecht-Universät zu Kiel einen Italienisch-Schnuppertag ausrichteten. Die Reise hat sich gelohnt.

Nach einer Begrüßung durch die Leiterin des Romanischen Seminars, Prof. Schäfer, konnten sich die Neutklässler:innen an einer Fülle von Aktivitäten beteiligen, etwa bei Quizz-Spielen zu landeskundlichen Kategorien mitmachen, Memory zu italienischen Spezialitäten spielen, Dialog-Stationen durchlaufen und ins Gespräch mit den Studierenden treten. In einem „Blitzsprachenkurs“ konnten die Schüler:innen mit beachtlichem Vorwissen glänzen, wodurch sie sich von anderen Gruppen abhoben, schließlich nimmt Italienisch im norddeutschen Raum als Schulfach eine Ausnahmestellung ein. Schließlich durften die Schüler:innen  Pizza auf italienisch bestellen, die ihnen dann tatsächlich serviert wurde.

„Für die meisten war es der erste Besuch an einer Universität“, berichtet Fachleiterin Windzio, die ihre Lerngruppe nach Kiel begleitete, „schon deshalb war es für viele ein aufregendes Erlebnis.“

„Ich fand den Tag sehr cool und interessant“, bilanziert Nico (9a). „Dass wir schon Italienisch sprechen, war von Vorteil und motivierend, weil wir gemerkt haben, was wir schon alles können und wieviel Spaß die Kommunikation in der Sprache macht.“

Finnland-Austausch

Auslandsaufenthalte eröffnen neue Horizonte, stärken die Selbstständigkeit, Sprachkompetenz und das interkulturelle Verständnis. In Zeiten globaler Herausforderungen sind solche Erfahrungen ein besonderer Schlüssel zum Zusammenhalt und zur Zukunftsfähigkeit in Europa. Möglich werden auch individuelle Auslandsaufenthalte vielfach durch das EU-Prgramm Erasmus+.
Doch was bewirkt ein Auslandsaufenthalt im Einzelfall wirklich? Eine Schülerin berichtet von ihren Erfahrungen:

Von Lena Hanusch (10b)

Im Winter war ich mit Erasmus+ in Finnland. Durch einen Aushang in der Schule und die Ermutigung eines Lehrers habe ich mich für eine Bewerbung entschieden. Zu meinem Glück wurde ich ausgewählt und hatte die einzigartige Chance, nach Finnland zu reisen. Durch Erasmus+ musste ich keine Kosten übernehmen und wurde sogar zusätzlich zur Kostenübernahme noch finanziell unterstützt. 

In Finnland bin ich auf eine finnische Schule gegangen und habe dort viele neue Menschen kennengelernt. Finnland ist, wenn es um die Digitalisierung geht, schon sehr weit entwickelt. Genau das konnte ich im Schulalltag beobachten. Die Bücher waren, anders als bei uns auf der Schule, online auf einem Computer erhältlich sowie ebenfalls der Großteil der Aufgaben. Auch dem Unterricht konnte ich ohne finnische Sprachkenntnisse gut folgen. In meiner Zeit in Finnland habe ich feste Kurse belegt und dort auch an Projekten und Ausflügen teilgenommen. Ich wurde sehr gut von meinen Mitschülern und den zuständigen Lehrern in den Schulalltag integriert. 

In meiner Freizeit hatte ich die Chance, Finnland auf eine Art kennenzulernen, die während einem normalen Urlaub gar nicht möglich ist. Auch über Schnee und das skandinavische Wetter konnte ich mich freuen. Die meisten Eintritte in finnischen Museen sind für Schüler frei. In den Genuss der traditionellen finnischen Sauna bin ich auch regelmäßig gekommen, da meine Gastfamilie, wie fast alle Finnen, eine Sauna im Haus hat.

Mir ist aufgefallen, dass die Menschen in Finnland allgemein eher offen und freundlich sind. Auch war ein starker Unterschied, dass in Finnland fast alle Restaurants Buffets anbieten. Auch wenn Helsinki eine Hauptstadt ist, war es dort weniger belebt und hektisch. Es war insgesamt viel herzlicher und wärmer und eine schöne Abwechslung zum Hamburger Stadtleben.

Im Rahmen des Austausches habe ich mit einer Gruppe von Austauschschülern einen eintägigen Ausflug nach Estland unternommen. Dort konnte ich die Hauptstadt Tallinn mit den anderen Schülern erkunden. 

Ich habe viel durch den Austausch mitgenommen und konnte einige neue Freundschaften mit Menschen aus diversen Ländern schließen. Durch den Aufenthalt bin ich eigenständiger und mutiger geworden und würde jedem ans Herz legen, diesen Schritt auch zu wagen.

Challenged

Viele entschlossene Dörpsweg-Schüler:innen – mehr noch als in früheren Jahren – nahmen am europaweiten Englischwettbewerb „The Big Challenge“ teil, der sich an Englischlener:innen der Jahrgänge 3-9 richtet.

88 Kinder und Jugendliche der Schule stellten sich unter der Regie von Herrn Hanke (Begabtenförderung) freiwillig den teils einfacheren, teils anspruchsvollen Aufgaben zu Grammatik, Wortschatz, Aussprache, Leseverstehen und Landeskunde.

„Die Fragen waren von leicht zu schwer geordnet“, berichtet Sofia (8b), „beispielsweise war es einfach, Beschreibungen von Gegenständen den passenden Abbildungen zuzuordnen.“ Schwieriger sei es da schon gewesen, den richtigen Nationalpark im Norden Englands zu benennen.

Was manchem Erwachsenen womöglich leicht erscheint, ist es nicht unbedingt auch für Schüler:innen. Wie etwa der Eurotunnel auf Englisch heißt („Channel Tunnel“), war vielleicht nicht jedem Kind des 5. Jahrgangs bekannt. Das richtige Bild bei der Frage nach der Frau des britischen Königs anzuklicken war „definitiv schwer“, darin sind sich Clemens und Jonathan (6b) einig.

„Wir haben alles am Laptop bearbeitet“, erklärt Sofia, „dabei machte das Hörverstehen einen großen Teil der Aufgaben aus. Mit unseren Kopfhörern mussten wir wichtige Inhalte aus den vorgelesenen Dialogen heraushören sowie Aufgaben zur Aussprache bearbeiten.“ So sollten Schreibweisen und Aussprachen einander zugeordnet werden, beispielsweise im Jahrgang 5 beim Wort „shone“ (für „leuchtete“), das ähnlich klingt wie das Wort „stone“ (Stein).

„Der Wettbewerb war für uns alle eine interessante Erfahrung“, so Sofias Bilanz, „und er hat vor allem viel Spaß gemacht. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse.“

Shakespeare – up to date

Der 12. Jahrgang erarbeitet aktuell Werke von William Shakespeare. Während in dessen vielleicht berühmtestem Drama „Romeo und Julia“ beide Hauptfiguren tragisch enden, zeigt das Musical „&Julia“ mit Hits aus den 90ern und 2000ern gut gelaunt eine etwas andere Version. Warum sich der Besuch auch vor dem Hintergrund des Semesterthemas lohnt, verrät eine Zwölftklässlerin:

Von Lilly Damaschke (S4)

Unser Englischkurs der 12. Klasse am Gymnasium Dörpsweg beschäftigt sich in diesem Semester mit dem englischen Schriftsteller Shakespeare. Um eine ganz besondere Einleitung in dieses Thema zu erhalten, besuchten wir als Kurs gemeinsam mit unserer Lehrerin Frau Achmus das Musical „&Julia“ im Operettenhaus Hamburg. Ausflüge sind natürlich immer eine tolle Abwechslung im Schulalltag, und dieses Musical war einstimmig ein einmaliges Erlebnis für den gesamten Kurs.

Ob man nun Shakespeare mag oder sich sonst nicht unbedingt an seine Werke heranwagt, dieses Stück war für jeden eine sehr eingängige Begegnung mit dem Werk „Romeo und Julia“, welches wir in diesem Semester behandeln. „&Julia“ zeigt eine feministische und zeitgerechte Herangehensweise an das Werk und handelt von der „Was-wäre-wenn?“-Perspektive, gesetzt den Fall, Julia hätte sich nach Romeos Tod nicht ebenfalls vergiftet.

Mit sehr talentierten Schauspielern und wunderschönem Gesang, der von modernen und zeitlosen Popmusikstücken geprägt ist, bewegt das Musical zum Tanzen und Lachen. So wird aus klassischer Literatur ein kreatives und neues Erlebnis, welches Menschen wieder zusammenbringt und alle Altersgruppen problemlos für die Einflüsse früherer und heutiger Kunst begeistert.

Mir persönlich hat besonders gefallen, dass die Musikstücke, die wohl kaum in die Zeit Shakespeares passen, in diese Interpretation so gut eingebracht werden. Es ist toll, dass wir an unserer Schule die Möglichkeit haben, außerhalb des Unterrichts etwas Relevantes zum Semester zu unternehmen, das dennoch nicht den normalen Lehrmethoden zu Shakespeare entspricht und uns Schüler auf einer Ebene der heutigen Zeit anspricht. So ist der Einstieg in das Thema Shakespeare besonders gut gelungen.

Als Kurs und Tutgruppe hatten wir einen tollen gemeinsamen Abend, an dem wir schöne Erinnerungen an unser letztes gemeinsames Schuljahr sammeln konnten und unser letztes Semester mit einer höchst positiven Haltung gegenüber dem Unterrichtsthema starten konnten.

Journée franco-allemande 2026

Den Deutsch-Französischen Tag, zentrales Eckdatum der europäischen Geschichte, feierte die Schulgemeinschaft der Europaschule Gymnasium Dörpsweg auch in diesem Jahr gut gelaunt und mit vielen Aktivitäten.

Organisiert von der Fachschaft Französisch, gab es in der Frühstückspause auf dem Schulhof ein von Französischkursen gemeinsam gerapptes Lied, Schmink-Aktionen, Plakate, Infotafeln, Flaggen – und dann natürlich Crêpes. Diese wurden von engagierten Französischlerner:innen des 10. Jahrgangs gemeinsam mit Frau Haller gebacken und in die Klassen gebracht, wodurch sich das aus früheren Jahren bekannte Gedränge elegant vermeiden ließ.

Französischschüler:innen höherer Jahrgänge informierten im mittleren Stundenblock die jüngeren Jahrgänge über die besondere Bedeutung des Deutsch-Französischen Tages. So erinnert die „Journée franco-allemande“ an die Unterzeichnung des Elysee-Vertrags aus dem Jahr 1963 und damit an die herausragende Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft. Diese gilt vielen als Motor unseres friedlichen, kooperativen europäischen Zusammenhalts sowie der Partnerschaft beider Länder in vielen Bereichen, darunter der Wirtschaft, Kultur und Bildung.

„Es war schön, die Freude in all den Gesichtern zu sehen“, bilanzierte die Französisch-Fachleiterin der Schule, Julia Margedant, im Anschluss, „der Tag hatte etwas sehr Verbindendes und die Stimmung war richtig gut, es hat großen Spaß gemacht, so habe ich es von vielen Seiten gehört.“ Auch das kühle Winterwetter konnte der guten Laune nichts anhaben. Und wer sich nach mehr Wärme sehnt, kann für die nächsten Ferien ja schon einmal einen Ausflug an die südfranzösische Côte d‘Azur ins Auge fassen.

DELF erfolgreich absolviert

19 Schüler:innen des 11. Jahrgangs können sich über bestandene DELF-Prüfungen freuen. Bereits im 10. Jahrgang waren sie von den Französischlehrkräften Frau Margedant und Frau Lemaire im regulären Fremdsprachenunterricht auf die Prüfungen vorbereitet worden. Nun erhielten sie ihre Urkunden, die ihnen Französischkompetenzen auf dem Niveau B1 attestieren.

Die Französisch-Lerner:innen nahmen auch in diesem Jahr gemeinsam an der schriftlichen DELF-Prüfung teilnahmen, die eine Klassenarbeit ersetzte. Wer genügend Punkte erhielt, konnte sich anschließend auch bei der mündlichen Prüfung bewähren, die ebenfalls Voraussetzung für das DELF-Diplom ist. Wer sich die mündliche DELF-Prüfung nicht zutraute, nahm stattdessen übrigens an einer Sprach-Prüfung in Kleingruppen teil und erlebte nicht selten gleichermaßen, dass das sprachliche Können größer ist, als man es sich womöglich zutraut. 

Neben Sprach- und Kommunikationskompetenzen geht es in den DELF-Prüfungen immer auch um die Fähigkeit, konkrete Probleme zu lösen, die sich aus Alltagssituationen ergeben. „Ich war begeistert“, so Fachleiterin Julia Margedant, „wie mutig und engagiert sich die Prüflinge auf diese Situationen eingelassen und sich getraut haben. Sie können stolz auf sich sein.“

Die Prüfungen sind dank der Vorbereitung machbar, aber kein Selbstgänger. Die Schüler:innen zeigen Kompetenzen im Hör- und Leseverstehen, im schriftlichen und mündlichen Ausdruck. Dabei kennen sie die genauen Themen vorher nicht, sie zeigen vielmehr, dass sie auch in neuen Situationen sprachlich flexibel agieren können.

Es ist für die Absolventen angenehm, dass die Prüfungen direkt am Gymnasium Dörpsweg absolviert werden können, statt extern, doch die Aufgabenformate und Bewertungskriterien sind vom französischen Bildungsministerium definiert und weltweit vergleichbar. Dafür ist das DELF-Diplom (Diplôme d’Etudes en Langue Française) lebenslang und international gültig. Es kann bei der Immatrikulation an internationalen Hochschulen genauso genutzt werden wie für die weitere berufliche Karriere. Und man kann auch sich selbst beweisen, dass man das seit der 6. Klasse Gelernte nutzen kann.