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Kunst und Gedenken

Kunst in Kooperation mit der Gedenkstätte „Kinder vom Bullenhuser Damm“ zum Andenken an die dort ermordeten Kinder und Kriegsgefangenen – der Kunstkurs des S4 unter Leitung von Frau Exner zeigte, wie ein solches Projekt gelingen kann.

Von Marie Exner

Ein ganzes Semester lang beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit der zutiefst tragischen Geschichte der kurzen Leben der Kinder und entwarfen zunächst in Gruppen verschiedene Ideen für ein künstlerisches Andenken.
Eine Jury, bestehend aus den Mitarbeitenden der Gedenkstätte sowie der Vereinigung Kinder vom Bullenhuser Damm e.V., entschieden zwischen den vielen hervorragenden und feinfühligen Entwürfen schließlich für den von Lina Barz, Till Becker, Henri Grabs und Lea Höckel.
Bei der Umsetzung des Entwurfs, der aus einer Draht- und Stoffinstallation im vorderen Teil des ehemaligen Tatraums und aus mehreren farbigen Paneelen sowie einem Zeitstrahl im hinteren Teil des Raumes besteht, half der gesamte Kurs tatkräftig mit.
Der Gruppe war es insbesondere wichtig, in ihrem Kunstwerk nicht nur an den Tod der Kinder, sondern durch die bunten Paneele auch an ihre kurzen Leben zu erinnern.
Die Drahtinstallation dient zum einen dem Andenken an die noch immer unbekannten sowjetischen KZ-Häftlinge und thematisiert zum anderen die jahrzehntelange Verschleierung der Ermordungen.

Anlässlich der Gedenkfeier war auch die Ausstellung des Projektes vor einem großen Publikum in der Turnhalle der ehemaligen Schule am Bullenhuser Damm zu erleben. Lea Höckel hielt hier vor allen Gästen, unter denen auch Angehörige der ermordeten Kinder waren, auf Deutsch und Englisch eine kleine Rede, in der sie das Werk der Gruppe vorstellte. Die Gruppe erhielt viele positive Rückmeldungen für ihre sehr feinfühlige poetische Arbeit an so einem schrecklichen Ort.

Das Werk wird noch einige Zeit am Bullenhuser Damm ausgestellt sein und kann dort besichtigt werden.

abgedreht! Filmbeiträge für das Nachwuchsfestival

Beim diesjährigen Nachwuchsfilmfestival „abgedreht!“ waren zwei Filme von Dörpsweg-Schülerinnen auf der großen Kinoleinwand zu sehen – einer der Filme sogar als Siegerbeitrag.

Gezeigt wurden 49 Filme, die junge Menschen bis 27 Jahre im Unterricht, im Studium oder in ihrer Freizeit gestaltet hatten. Mit dabei: je ein Film von Charlotte Bierhaus und Lana Gebauer aus dem Kunstprofil des 12. Jahrgangs. Ihre Beiträge waren als praktische Arbeit zum Semesterthema „Surviving in the twentyfirst century“ im Kunstprofil entstanden und hatten es nun auf Anregung von Frau Böschen in den Wettbewerb geschafft: auf die Leinwand im großen Saal des Zeise-Kinos.

Im Anschluss an die Vorführung wurden die Bewerber:innen jeweils auf die Bühne gebeten, um Fragen zu ihren Werken zu beantworten. Unterstützt wurden Charlotte und Lana dabei durch alle Mitschüler:innen ihres Profils – diese wollten sich das Ereignis nicht entgehen lassen.

Eine fachkundige Jury und ein wechselndes Publikum bewerteten die 49 Filmbeiträge, die über zwei Tage auf dem 36. Nachwuchsfestival gezeigt wurden, bis am Abend des zweiten Tages die Gewinner:innen verkündet wurden.

Als eine von ihnen wurde Charlotte Bierhaus auf die Bühne gebeten. Ihr Kurzfilm „The impossibility of surviving as a woman”, Siegerbeitrag des Festivals, thematisiert Gewalt gegen Frauen und die tägliche Gefahr, der Frauen allein aufgrund ihres Geschlechts ausgesetzt sind. Dabei präsentierte Charlotte nicht nur einen künstlerisch sehr gelungenen, visuell packenden Beitrag, sondern auch ein hoch aktuelles und gesellschaftlich relevantes Thema.

Schauen Sie sich Charlottes knapp 10-minütigen Film an, der sich allerdings nicht für Kinder eignet. Klicken Sie hier.

 

 

 

Duftkonzepte

Wissen Sie eigentlich, wie Ihr Lieblingsparfum aufgebaut ist? Im Rahmen des Kunstunterrichts widmete sich der von Frau Exner geleitete Kunstkurs des 11. Jahrgangs Kompositionen von Duftkonzepten, um Werbeplakate zu entwickeln: zu Parfums, die die Schüler:innen gleich auch selbst zu kreieren lernten.

Mit meist noch vagen Vorstellungen dazu, wie ihre Parfums ungefähr durften solle, besuchten die Kursmitglieder das Parfum Atelier Hamburg, wo sie zunächst an zahlreichen Düften schnuppern konnten, bevor sie sich einige davon für ihre eigenen Parfumideen aussuchten. „Wir wollten einen frischen Duft für unser Projekt, etwas mit Minze und Orange“, berichtet etwa Lina (S2). Mit ihrer Gruppe passte sie die Idee vor Ort aber an und entwickelte das Parfum „Blue Forest“ aus Flieder, Moos und Sandel in der Bauchnote, Bambus, Ozean und Pfingstrose in der Herznote sowie Gurke, Litschi, Lotus und grünem Tee in der Kopfnote. „Die Kopfnote richt man primär in den ersten 15 Minuten“, erklärt sie, „die Herznote 2-3 Stunden lang und die Basisnote bis zu 24 Stunden.“

„Man konnte alles an sich selbst gut ausprobieren“, ergänzt Annika, „wir konnten eigenständig arbeiten, bekamen aber bei Bedarf Tipps von den Experten, wenn wir etwas zu viel oder zu wenig dosiert hätten. Damit konnten wir sicher sein, dass es ein gutes Parfum wird.“

Am Schluss bekam jedes Kursmitglied seinen selbst komponierten Duft mit, auf dass die olfaktorischen Reize in die visuelle Gestaltung der Plakate übergehen. Nicht auszuschließen sind auch belebende Nebenwirkungen auf das Raumklima im Kunsttrakt.

Abstumpfung statt Empathie?

Für ihren Beitrag zu Europäischen Wettbewerb 2025 wurde Lana Gebauer (S2) mit einem Sonderpreis geehrt. Ihre im Rahmen des Kunstprofils gestaltete und von Frau Böschen begleitete Arbeit zum Thema „Überleben“ wurde dabei aus über 74.000 Einsendungen ausgewählt. 

Der Europäische Wettbewerb, der zum 72. Mal ausgetragen wurde, stand unter dem Motto „Europa? Aber sicher!“ Lanas Arbeit thematisiert die schleichende Abstumpfung der menschlichen Empathie in einer europäischen Gesellschaft, die von Bildern des Krieges und Leids überflutet wird. In ihrer Arbeit zeigt Lana, wie die ständige Konfrontation mit Gewalt und Zerstörung die Fähigkeit der Menschen untergräbt, Mitgefühl zu empfinden. Lanas Filmbeitrag lässt Betrachter:innen ihre eigene Haltung hinterfragen: Was macht es mit uns, wenn wir Leid nur noch passiv konsumieren? Wann hören wir auf hinzusehen – und wann beginnen wir mitzufühlen?

Schauen Sie hin: Klicken Sie hier.

„Deine Stimme zählt!“

Kennen Sie das Plakat? Es wurde hamburgweit auf zahlreichen digitalen Stadtinformationsanlagen ausgestrahlt und bewarb die Beteiligung an der Europawahl. Das Siegerplakat des Wettbewerbs „Demokratie in Bewegung: Deine Stimme zählt“ stammt von drei Neuntklässlerinnen des Gymnasiums Dörpsweg.

Adriana Loba-Abourou, Ilse Peters und Vivienne Kluge (9c) gestalteten es im Rahmen des Kunstunterrichts vom Frau Exner. Ausgelobt hatte den Plakatwettbewerb das Medienunternehmen Ströer, kommunaler Werberechtspartner der Stadt, mit dem Ziel der Förderung von Demokratie und Beteiligung an unserer Gesellschaft.

Das Siegerplakat sieht hübsch aus, gewiss, doch es hat mehr zu bieten. „Die Menschen halten mit den Botschaften auf den Ballons ihre Wünsche in die Höhe“, erklärt Adriana, „und lassen sie in den Himmel aufsteigen.“ Der wird – anders als klassischerweise auf Bildern – nach oben hin heller. „Das symbolisiert Hoffnung“, sagt Vivienne und ergänzt zu den Figuren unten: „Sie stehen für ihre Bedürfnisse ein. Wir hoffen, die Leute erkennen, dass sie das auch tun, wenn sie wählen.“ Ilse erläutert, dass die unterschiedlichen Schriftarten der Buchstaben ebenso wie die verschiedenen Menschen und Farben nicht nur „für das Auge interessant“ seien, sondern auch gesellschaftliche Vielfalt zeigten. Dies gelte, sagt Vivienne, sowohl für Wähler:innen als auch für die „Buntheit des Parlaments.“ Zudem enthalte das Plakat eine inhaltliche Offenheit, was zur Offenheit des Wahlausgangs passe.

Wie differenziert sich die Bedeutungsebenen beim kurzen Hinschauen auf der Straße auch immer erschließen – sicher ist: Das Plakat wirkt. Und so wusste auch die Jury zu schätzen, was ihnen die drei Schülerinnen da präsentierten. Eine Woche lang strahlte die Collage schließlich von zahlreichen Screens ins Stadtleben hinein mit ihrem Appell, für die Erfüllung der eigenen Wünsche wählen zu gehen.

Sehenswerte Gruselcover

Viele Passanten haben im Winter die Buchcover zu den „drei ???“ und den „drei !!!“ im Schaufenster der Buchhandlung Heymann betrachtet, viele Kunden haben an der Kasse gleich auch für ihr Lieblingsbild votiert. Nun wurden die Wettbewerbssiegerinnen gekürt: Lina Petersen (7a) und Seraphina Clasen (8b) hatten aus Sicht des Publikums die besten Buchcover gestaltet.

Kunstlehrerin und Initiatorin Frau Lemaire hatte in zwei Kunstkursen der Jahrgänge 7 und 8 die Aufgabe gestellt, zu einem fiktiven Band wahlweise der Reihe „Die drei ???“ oder „Die drei !!!“ ein Buchcover zu gestalten. Dabei kam eine Vielzahl geheimnisvoll anmutende Bilder zustande, teilweise bunt, teils schwarz-weiß, die mögliche Krimis illustrieren.

„Ich wollte etwas Gruseliges machen“, berichtet Lina, „und habe mich daher für ein Friedhofsmotiv entschieden.“ Seraphina plante ganz winterlich: „Die Aktion fand kurz vor Weihnachten statt, deswegen ist das Bild weihnachtlich“. Für Ihre Bilder erhielten sie neben Lob von Frau Lemaire und Filialleiterin Frau Lehmkuhl zwei Buchgutscheine, die auch für Sommerlektüren taugen.

Weitere Buchcover sehen Sie hier: