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Müllroboter und Sedimente aus dem Pleistozän

Beim Landeswettbewerb „Jugend forscht“ wurden auch in diesem Jahr Schüler:innen des Gymnasiums Dörpsweg am DESY ausgezeichnet. Mit einem ersten Preis erhielt Sonja Kutsin (8b) sogar eine Bestplatzierung. Geehrt wurde zudem Frau Dr. Hegerfeldt als Betreuerin erfolgreicher Wettbewerbsbeiträge.

Der von Leoner Saiju (9b) und Levin Kahvand (9d) entwickelte, KI-gesteuerte Müllsammelroboter mit intelligenter Objekterkennung für die Gewässer-Reinigung erhielt einen sehr achtbaren zweiten Platz, dazu einen Sonderpreis Umwelttechnik sowie eine Auszeichnung für besondere Kreativität in der Physik. Beide Nachwuchsforscher dürfen zudem das Lern- und Forschungszentrum Louisenlund mehrere Tage lang besuchen. Eine ausdrückliche Würdigung erfuhr ihr Projekt auch in der Laudatio von Staatsrätin Katharina von Fintel, die die im Wettbewerb vertretenen Ansätze der Müllentsorgung besonders hervorhob. „Zu spüren war eine besondere Wertschätzung für Ideen zu einer besseren Gestaltung der Umwelt“, berichtet Frau Dr. Schirmer, die die Dörspweg-Nachwuchsforscher:innen zum Landesfinale ans DESY begleitete. Leoner und Levin planen nun, ihren vielversprechenden Roboter bis zum Wettbewerbsstart des nächsten Jahres fertigzustellen.

Ebenfalls mit einem zweiten Platz und einem Sonderpreis für „Forschung im Fluss“ wurde der Wettbewerbsbeitrag von Saida Minnibaeva (S2) geehrt. Saida hatte Gesteinssalze aus unterschiedlichen Lagerstätten gesammelt und diese in aufwendigen Methoden analysiert, wobei sie Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den paläozoischen und mesozoischen Mineralien herausarbeiten konnte.

Mit einem ersten Preis ging Sonja Kutsin (8b) maximal erfolgreich aus dem Landeswettbewerb hervor. Auch sie hatte sich der Erforschung von Mineralien gewidmet: Lockersedimenten wie Sand und Kies aus der schleswig-holsteinischen Kiesgrube Bokel. Bei der Analyse von Proben aus einer 2 m hohen Sedimentwand konnte sie nachweisen, dass die Mineralien im Pleistozän, also vor rund 2,6 Millionen Jahren zu uns gespült wurden. Wäre kein Wasser als Transportmittel im Spiel gewesen, wäre die Verrundung der Sandkörner deutlich höher ausgefallen, erklärt Sonja.

Durch die Nutzung des „Hjulström-Diagramms“ konnte sie auch die Geschwindigkeit ermitteln, mit der die Mineralien bewegt wurden, nämlich mit gerade einmal 0,167 km/h. Die Auswertung der von Sonja erstellten Bilder mit Hilfe der Raster-Elektronen-Mikroskop-Analyse ergab zudem, dass in den Sedimenten viel Siliciumdioxid, d.h. Quarz vorhanden ist, wie wir es in Norddeutschland nur bei Mineralien aus Skandinavien kennen, womit klar ist: Die Mineralien gelangten durch Gletscherschmelzwasser zu uns.

Sonjas Arbeit wurde auf Vermittlung von Frau Dr. Hegerfeldt hin am Schülerforschungszentrum Hamburg von Wolfgang Fraedrich betreut. Und auch Frau Dr. Hegerfeldt selbst erhielt eine Auszeichnung, begleitet sie doch seit vielen Jahren sehr erfolgreich Nachwuchsforscher:innen des Gymnasiums bei naturwissenschaftlichen Wettbewerben wie – besonders exponiert – „Jugend forscht“ und für die Jüngeren: „Jugend forscht Junior“ (ehemals „Schüler experimentieren“).

Als Sonja für ihre Erkenntnisse, Methodik  und schließlich Präsentation der Ergebnisse ausgezeichnet wurde, sei sie „ganz schön aufgeregt“ gewesen, berichtet sie, „und froh, dass meine Forschungen einen Sinn ergeben haben“. Zudem sei der Kontakt zu anderen Wettbewerbsteilnehmer:innen „sehr interessant gewesen, wir konnten uns mit Schülern auch aus anderen Schulen und Ländern austauschen.“ Vertreten waren Beiträge von Jugendlichen deutscher Schulen etwa aus der Türkei, aus Kroatien oder Argentinien, die dem Hamburger Landeswettbewerb zugeteilt waren. Auch Leoner bestätigt, dass die Gespräche mit anderen Nachwuchswissenschaftlern „sehr nett, fachlich interessant und hilfreich“ gewesen seien, konnten die Jugendlichen am zweiten Tag des Landeswettbewerbs doch ausgiebig miteinander über ihre Forschungsinteressen diskutieren.

Sonja war aufgrund ihres Alters bei der Wettbewerbssparte „Jugend forscht Junior“ angetreten. Damit endete ihre Teilnahme auf der Ebene des Landeswettbewerbs. Im nächsten Jahr will sie es zum „Jugend-forscht“-Bundesfinale schaffen, dann mit einem neuen Projekt: der Erforschung eiszeitlicher Pollen. Die Frage, ob sie ihr Preisgeld von 150 Euro in dieses Vorhaben investieren werde, lässt sie allerdings offen. Auch für das eine oder andere Mineral würde es sicher noch reichen – es muss ja nicht immer Kies sein.

„Jugend debattiert“: Vize-Landesmeister

Mehrfach debattierte Maximilian Vogel (S2, 3. von links) bereits bei Hamburger Landesfinalrunden, nun qualifizierte er sich zum zweiten Mal für den Bundeswettbewerb „Jugend debattiert“. Seine Mitschülerin Seraphina Clasen (10b), selbst erfahrene Debattantin und mehrfache Siegerin des Schul- sowie Verbundwettbewerbs, berichtet, wie es beim Landeswettbewerb im Hamburger Rathaus zuging:

Von Seraphina (10b)

Hitzige Debatten, kontroverse Fragestellungen und spannende Schlagabtausche: Auch im 25. Jubiläumsjahr von Jugend debattiert fand der Hamburger Landeswettbewerb erneut im feierlichen Rahmen des Rathauses statt. Ich selbst hatte das Privileg live am Wettbewerbstag dabei zu sein und konnte deshalb eine ganz besondere Atmosphäre spüren: eine Mischung aus einer energetisch geladenen, knisternden Anspannung der Teilnehmer, die jedoch von einer motivierten und positiven Grundstimmung getragen wurde. Dies ließ sich ebenfalls in den Debatten selbst wiedererkennen, in denen stets ein respektvolles Miteinander gepflegt wurde und ein hohes Maß an Gesprächsfähigkeit herrschte.

Unser Gymnasium Dörpsweg war, wie bereits die Jahre zuvor, erneut unter den Teilnehmern vertreten. Maximilian Vogel (S2), der zuvor bereits den vergangenen Verbundwettbewerb für sich mit einer Bestplatzierung entschieden hatte, bewies erneut, dass er zu den besten Rednern ganz Hamburgs gehört. So verwies er beispielsweise in der Position Pro 1 zu der Fragestellung, ob es für Abgeordnete eine Höchstgrenze bei Mandatszeiten geben sollte, auf die „Lame-Duck“-Problematik bei Abgeordneten. Zudem plädierte er gegen eine festgefahrene Politik und nannte die Jugendorganisationen der Parteien und deren Förderung von politischem Nachwuchs.

Nach zwei packenden Vorrunden qualifizierte er sich schließlich für das entscheidende Finale im großen Festsaal. Hierbei vertrat er die ihm zuvor zugeloste Rolle Pro 2 zu der Fragestellung, ob eine Vermögenssteuer eingeführt werden sollte. Insgesamt handelte es sich um eine facettenreiche und spannende Debatte auf einem hohen Niveau, die alle Perspektiven beleuchtete. Besonders hob die Jury die ausgeprägte Sachkenntnis Maximilians sowie seine beeindruckende Überzeugungskraft hervor.

Am Ende des Tages belegte er einen hervorragenden zweiten Platz. Damit hat er sich das Ticket für das Bundesfinale gesichert und wird im Juni ganz Hamburg in Berlin vertreten. Wir drücken ihm ganz fest die Daumen und wüschen ihm viel Spaß und Erfolg für den kommenden Wettbewerb!

Wissen rund um die Welt

Wissen Sie, welches deutsche Gebirge am westlichsten liegt: der Harz, der Hunsrück oder der Spessart? Könnten Sie sagen, welcher Inselstaat nach Indonesien der größte der Welt ist? Und ist Ihnen bekannt, in welchem Land im August 2024 der Arbaat-Staudamm nach heftigen Regenfällen brach?

Unsere Geographie-Experten der Jahrgänge 7 bis 10 hatten bei diesen und vielen weiteren kniffligen Fragen auch in diesem Jahr wieder kompetente Antworten parat. Im Rahmen des Wettbewerbs „Diercke WISSEN 2026“ traten die Klassensieger:innen auf Schulebene gegeneinander an, um ihr Wissen über Deutschland, Europa und die Welt zu messen. Unser Fachleiter Herr Gräfenstein freut sich in diesem Jahr über einen neuen Rekord: Mehr als 600 Schüler:innen haben am Wettbewerb teilgenommen und ihr Wissen über unsere Erde unter Beweis gestellt. Von der Analyse von Bevölkerungsdiagrammen bis hin zur Verortung von Starkwindbändern wie dem Jetstream wurde den Teilnehmenden alles abverlangt.

Besonders erfolgreich waren in diesem Jahr Levi Mittelstädt (7e) mit 13 Punkten, Leoner Saiju (9b) mit 15,5 Punkten und somit nur einen halben Punkt hinter dem Schulsieger Hendrik Wördehoff (9a), der 16 Punkte holen konnte. Für Hendrik geht die Reise damit vielleicht weiter, wenn es darum geht, unsere Schule auf der nächsten Ebene des Wettbewerbs zu repräsentieren.

Die 5. Klassen nahmen in diesem Jahr an einem individuell auf sie zugeschnittenen Klassentest teil. Auch wenn es für sie noch keine offizielle Schulrunde gab, waren sie mit Eifer dabei. Besonders erfolgreich: 5a: Nikita Volkov (5a), Batu Can (5b), Ahmed Sherif (5c), Lisa Ohlendorff (5d) und Magnus Irle (5e)

Übrigens: Falls Sie bei den Eingangsfragen ins Grübeln gekommen sind – hier sind die Auflösungen: Das westlichste der genannten Gebirge ist der Hunsrück. Der zweitgrößte Inselstaat der Welt ist Papua-Neuguinea und der Arbaat-Staudamm befindet sich im Sudan.

Challenged

Viele entschlossene Dörpsweg-Schüler:innen – mehr noch als in früheren Jahren – nahmen am europaweiten Englischwettbewerb „The Big Challenge“ teil, der sich an Englischlener:innen der Jahrgänge 3-9 richtet.

88 Kinder und Jugendliche der Schule stellten sich unter der Regie von Herrn Hanke (Begabtenförderung) freiwillig den teils einfacheren, teils anspruchsvollen Aufgaben zu Grammatik, Wortschatz, Aussprache, Leseverstehen und Landeskunde.

„Die Fragen waren von leicht zu schwer geordnet“, berichtet Sofia (8b), „beispielsweise war es einfach, Beschreibungen von Gegenständen den passenden Abbildungen zuzuordnen.“ Schwieriger sei es da schon gewesen, den richtigen Nationalpark im Norden Englands zu benennen.

Was manchem Erwachsenen womöglich leicht erscheint, ist es nicht unbedingt auch für Schüler:innen. Wie etwa der Eurotunnel auf Englisch heißt („Channel Tunnel“), war vielleicht nicht jedem Kind des 5. Jahrgangs bekannt. Das richtige Bild bei der Frage nach der Frau des britischen Königs anzuklicken war „definitiv schwer“, darin sind sich Clemens und Jonathan (6b) einig.

„Wir haben alles am Laptop bearbeitet“, erklärt Sofia, „dabei machte das Hörverstehen einen großen Teil der Aufgaben aus. Mit unseren Kopfhörern mussten wir wichtige Inhalte aus den vorgelesenen Dialogen heraushören sowie Aufgaben zur Aussprache bearbeiten.“ So sollten Schreibweisen und Aussprachen einander zugeordnet werden, beispielsweise im Jahrgang 5 beim Wort „shone“ (für „leuchtete“), das ähnlich klingt wie das Wort „stone“ (Stein).

„Der Wettbewerb war für uns alle eine interessante Erfahrung“, so Sofias Bilanz, „und er hat vor allem viel Spaß gemacht. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse.“

Rennwagen am Start

Erstmals beteiligte sich ein Dörpsweg-Team beim „STEM Racing“, jenem früher als „Formel-1 in der Schule“ bekannten Wettbewerb, bei dem gaspatronenbetriebene Mini-Rennwagen über eine 20 m lange Rennstrecke rasen. Entscheidend sind allerdings nicht nur die Reaktionszeit und Geschwindigkeit beim Rennen selbst, vielmehr geht es auch um die Konstruktion und Fertigung, einen Businessplan und die Präsentation.

Im Rahmen des Forscherkurses stellten sich (von links nach rechts) Lasse Preuß (10d), Mustafa Sameem (10c), Emmanuel Ijeh und Kyell Neitzel (10d) den Herausforderungen dieses multidisziplinären Technologie-Wettbewerbs. Mustafa übernahm dabei das Grafikdesign und stellte im Portfolio der Gruppe die Teameinteilung, Arbeitsprozesse und das Sponsoring dar, etwa mit Hinweis auf den Schulverein, der die Entwicklung großzügig unterstützt hatte. Emmanuel widmete sich der digitalen Entwicklung des Rennwagens, dessen aerodynamische Eigenschaften er gemeinsam mit Lasse zunächst am Computer testete. Kyell schließlich war für die Produktion des Mini-Flitzers zuständig, den er erfolgreich online in 3D drucken ließ.

Beim eigentlichen Regionalmeisterschafts-Rennen von 16 Teams in der Sporthalle des Matthias-Claudius-Gymnasiums zeigte die Gruppe gute Reaktionszeiten und eine herausragende Teampräsenz, erzielte andererseits weniger Punkte etwa bei der Präsentation sowie der Geschwindigkeit und landete schließlich auf dem 13. Platz. „Für das erste Mal haben wir uns wacker geschlagen“, bilanziert Frau Dr. Hegerfeldt, die die Gruppe im Forscherkurs betreute.

Dort hatten die vier Zehntklässler mit viel Begeisterung an ihrem Rennwagen gearbeitet, sich ihrer Freizeit aber auch digital ausgetauscht. „Manchmal gab es ein bisschen Chaos bei den technischen Herausforderungen“, sagt Kyell rückblickend und grinst, „aber wir hatten viel Spaß“.

Erfolgreich an die Spitze debattiert

Mit gleich vier Debattanten waren das Gymnasium Dörpsweg in diesem Jahr beim Verbundwettbewerb „Jugend debattiert“ vertreten: Marie Purwin und Nico Schmidt (9a) debattierten souverän in Altersgruppe 1 sowie Seraphina Clasen (10b) und Maximilian Vogel (S2) erstmalig in Altersgruppe 2. Mit im Dörpsweg-Team waren zudem vier Juroren und das Schulkoordinationsteam Frau Renno und Herr Bruttig.

Insbesondere Seraphina Clasen und Maximilian Vogel (siehe Foto) zeigten in den beiden Qualifikationsdebatten hohes Fachwissen und Überzeugungskraft zu den Fragen: Soll eine Kontaktgebühr für Arztbesuche erhoben werden? Sollen „Kaufe-jetzt-zahle-später“-Bezahlmodelle bei Online-Käufen verboten werden?

Beide erreichten das Finale und debattierten dort gemeinsam in den Rollen Pro 1 und Pro 2 dafür, dass die Veröffentlichung von Wahlumfragen im Vorfeld von Wahlen verboten werden sollte. Dabei hoben sie in ihren Rollen etwa hervor, dass Wähler:innen weniger beeinflusst würden und die Chancengleichheit der Parteien erhöht würde.

Das gesamte Dörpsweg-Team erwartete schließlich das Ergebnis der Jury voller Spannung – und freute sich über den ersten Platz von Maximilian Vogel: Er wird das Gymnasium Dörpsweg beim Landeswettbewerb „Jugend debattiert“ Ende März im Rathaus vertreten.

Und wie haben die Dörpsweg-Debattanten der Altersgruppe den Tag erlebt? Hier ihre Eindrücke:

Von Marie und Nico (9a)

Am Wettbewerbstag trafen wir uns um 9:00 Uhr am Gymnasium Corveystraße. Bereits bei unserer Ankunft wurden wir sehr freundlich empfangen. Die Atmosphäre war von Anfang an angenehm und offen, so dass wir mit den Debattanten der anderen Schulen schnell ins Gespräch kamen, Erfahrungen austauschten und neue Kontakte knüpften.

Zu Beginn des Tages hatten wir ausreichend Zeit, noch einmal unsere Argumente zu wiederholen, durchzuatmen und uns mit der Umgebung vertraut zu machen. Kurz darauf startete bereits die ersten Debattenrunden, in der Altersgruppe 1 waren dies: Soll für Schulgärten eine insektenfreundliche Gestaltung vorgeschrieben werden? Sollen für schriftliche Prüfungen ab Jahrgang 10 Anwendungen mit künstlicher Intelligenz als Hilfsmittel zugelassen werden?

Die Debatten verliefen hoch konzentriert, respektvoll und auf einem hohen inhaltlichen Niveau. Besonders toll war auch hier, dass die Jury aus Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern besetzt war. Auch wenn wir das Finale leider nicht erreichten, freuten wir uns sehr mit Seraphina und Maximilian, die in der Altrsgruppe 2 im Finale standen, und freuten uns, nun als Zuhörer:innen bei den Final-Debatten dabei sein z dürfen. 

Das Verbundfinale von „Jugend debattiert“ war für uns ein eindrucksvolles Erlebnis, das uns sicherlich in positiver Erinnerung bleiben wird. Wir drücken Maximilian die Daumen und wünschen ihm viel Erfolg!