Exkursion zum Bullenhuser Damm

Die Gedenkstätte Bullenhuser Damm erinnert an 20 jüdische Kinder und mindestens 28 Erwachsene, die im April 1945, kurz vor dem Ende der NS-Diktatur, von SS-Männern ermordet wurden. Ein Besuch dort lohnt sich, berichtet ein Schüler des 10. Jahrgangs.

Von Julian Schoer (10b)

Im Rahmen einer Geschichts-Exkursion mit Herrn Hanke hatten wir die Möglichkeit, die Gedenkstätte der Kinder vom Bullenhuser Damm zu besichtigen. Die Führung wurde von einer Leiterin übernommen, die uns nicht nur die Räume zeigte, sondern auch ausführliche Präsentationen hielt.

Zuerst waren mir die Geschichte und die in diesem Haus vollzogenen Handlungen unklar, zumal das Gebäude aussieht wie eine gewöhnliche Schule. Als wir uns jedoch in den Keller begaben, besonders in die Taträume, konnte ich mir die Dinge schon besser vorstellen. Die Leiterin hielt viele Vorträge, die ich anfangs noch für uninteressant und langweilig hielt, später jedoch weckten diese auch mein Interesse, besonders am Ende der Führung, als sie die Mordszenarien ansprach, welche an diesem Ort vorgefallen sind, und erklärte, wer die Taten vollzogen hat.

Ich finde es gut, dass wir diese Gedenkstätte besuchen konnten, weil wir viele interessante Sachen erfahren haben und dafür sorgen kömnnen, dass die Opfer nicht in Vergessenheit geraten.
Insgesamt fand ich die Exkursion sehr lehrreich. Es war eine intensive Erfahrung, die mich zum Nachdenken angeregt hat und mir ein besseres Bild über die vorgefallenen Dinge gibt.

Pilotprojekt „Geschichten Erzählen“

Neu im Deutschen, neu in einer Gymnasialklasse und gleich schon Geschichten schreiben? 13 Schüler:innen haben in einem Pilotprojekt bewiesen, wie gut dies funktionieren kann.

Alle teilnehmenden Schüler:innen sind erst vor 2-3 Jahren nach Deutschland gekommen und besuchen eine Regelklasse am Gymnasium Dörpsweg. Zum ersten Mal trafen sie in dieser Konstellation aufeinander und nahmen an dem hamburgweit erstmals durchgeführten Projektformat teil, das vom Zentrum für Schul- und Jugendinformation (ZSJ), einer Einrichtung der Schulbehörde neu entwickelt worden ist.

Redakteurin, Soziologin und Mediengestalterin Jessica Pain und ihre Kollegin Juliane Michel, Pädagogin und ebenfalls Redakteurin, erfuhren gleich zu Beginn von den Lieblingsgeschichten der  Teilnehmenden. Besonderer Beliebtheit erfreuten sich die Bände von „Harry Potter“, verschiedene Mangas sowie der Film „Interstellar“ – insgesamt genug Inspiration, um eigene Geschichten zu entwickeln.

Aus vielen Bildschnipseln durften sich die Schüler:innen Figuren aussuchen, die im Mittelpunkt ihrer Geschichte stehen sollten. Es blieb nicht bei Astronauten oder Fußballspielerinnen: Wer wollte, durfte auch eine Erzählung über Pinguine, Odysseus‘ Sohn Telemachos oder Zoro aus „One piece“ ersinnen. Dazu wurden Orte, Abenteuer und ein Ende gewählt. Wenn man so gar nicht wusste, wo man anfangen sollte, konnte man sich die einzelnen Bestandteile „erwürfeln“. Die Bilder wurden auf Deckblätter geklebt, die als Grundgerüst für den Erzählplot dienten.

Im Anschluss nun lernten die Schüler:innen das Erzählmuster einer Heldenreise kennen und gaben ihren Ideen Struktur. Auf Basis dieser nun geordneten Stichwörter verfassten die Schüler:innen Satz für Satz ihre eigenen Geschichten. Schreiben kann so einfach sein!

Besonders beeindruckt war Juliane Michel von der hohen Motivation der Schüler:innen, die aus neun verschiedenen Klassen der Jahrgänge 5-10 stammen und gemeinsam mit Frau Kathary ihre Deutschkenntnisse vertiefen. Alle verstanden sich gut miteinander, inspirierten sich gegenseitig und hatten wirklich Freude an der Arbeit. „Besonders großen Spaß hatte ich daran, dass wir eine eigene Idee verwirklichen durften“, lobt Mustafa aus Jahrgang 7. Sint aus Jahrgang 6 zeichnete aus ihrer Geschichte nachträglich noch ein Manga: „Ich liebe Mangas und hatte sofort eine Idee, was passieren soll und wie ich es zeichnen will. “ Über das Schreiben haben sie alle dazugelernt, so das Fazit am Schluss.

Vom Politthriller über Tiererzählungen hin zur gesellschaftskritischen Problematisierung von Drogenkonsum – die Vielfalt der Ergebnisse ist mindestens so facettenreich wie die Vielfalt der Teilnehmer:innen selbst. Auf der Seite https://jip.hamburg.de/ werden bald alle Schreibprodukte veröffentlicht.

Schneemannprüfung

Prüfungen sind nichts für schwache Nerven. Von einer besonderen Herausforderungen berichten zwei Schülerinnen des 6. Jahrgangs.

Von Olivia und Charlotte (6e)

Am Donnerstag hat Frau Freudenberg uns in der Geschichtsstunde eine Prüfung angekündigt. Wir alle waren geschockt.

Nach 45 Minuten voller Aufregung erzählte sie uns, dass sie die Prüfung mit Frau Jung geplant hätte. Es war eine Schneemannprüfung. Wir haben uns riesig gefreut. 

Dann hatten wir 20 Minuten Zeit, in Gruppen Schneemänner zu bauen, was aber ein bisschen knapp war. Als die Zeit um war, waren alle angespannt und wollten wissen, welche Gruppe gewonnen hat. Im Klassenzimmer verkündeten Frau Freudenberg und Frau Jung, dass alle gewonnen hätten. Wir hatten viel Spaß und eine tolle Zeit.

Jugend debattiert – Schulwettbewerb 2025

Der Schulwettbewerb „Jugend debattiert“ krönte traditionsgemäß das Ende der Adventszeit am Gymnasium Dörpsweg. Als Schulsieger:innen gingen in der Altersgruppe 1 Nico Schmidt und Marie Purwin (beide 9a) hervor, die das Debattiertraining der von Frau Renno und Herrn Bruttig geleiteten AG bereits sehr erfolgreich absolviert hatten. Die Finaldebatte der Altersgruppe 2 konnten Maximilian Vogel (S1) und Seraphina Claßen (10b) für sich entscheiden, beide bereits Landesfinalisten früherer Schuljahre. Ein Mitglied der aus Lehrkräften und Schüler:innen zusammengesetzten Jury berichtet:

Von Saida Minnibaeva (S1)

Am vorletzten Schultag vor Weihnachten fand unser Schulwettbewerb „Jugend debattiert“ statt. Zum ersten Mal nahm neben der Altersgruppe 1 auch die Altersgruppe 2 an den leidenschaftlichen Debatten teil.

Bei dem Wettbewerb debattieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über spannende politische und soziale Fragen unserer Zeit nach festgelegten Regeln – ein Ziel dabei ist der wertschätzende Austausch von sachlich korrekten und überzeugenden Argumenten. Ich war als Jurorin im Finale der Altersgruppe 2 dabei.

Das Finale behandelte die Debattenfrage, ob ein elternunabhängiges BAföG für alle Studierenden eingeführt werden sollte. Auf der Pro-Seite argumentierten Maximilian Vogel (S1) mit Lea Höckel (S3) und auf der Contra-Seite Seraphina Claßen (10b) und Sander Kraft (S1). Es war eine spannende Debatte, die viele neue Perspektiven aufgezeigte. Die Argumente reichten von der Finanzierbarkeit über die persönliche Unabhängigkeit, den Fachkräftemangel bis hin zum „Gießkannenprinzip“. Dabei blieb die Debatte stets sachlich und freundlich. Toll war insbesondere, dass die vier Debattanten aus den Jahrgängen 10 bis 12 kamen und man nicht in einem Jahrgang blieb.

Das Finale der AG 1 durfte ich als Zuschauerin mir ansehen und es war sehr bemerkenswert, wie die Schülerinnen und Schüler aus dem Jahrgang 9 miteinander zur Frage, ob eine allgemeine Dienstpflicht für Jugendliche eingeführt werden sollte, debattiert haben – und das auf so einem hohen Niveau.

Zusammenfassend war es ein sehr spannendes, aber auch aufregendes Erlebnis und schön, als ehemalige Debattantin wieder mit dabei gewesen zu sein.  

Weihnachtskonzert 2025

In einem opulenten Konzert läuteten alle Ensembles der Schule die Weihnachtszeit ein.

Aufgrund der Vielzahl der beteiligten Gruppen wurde das Programm auch in diesem Jahr in zwei Teile aufgeteilt. Den Anfang machten die Ensembles der Jahrgänge 5 und 6 mit dem Bläserkurs 5, der Juniorband, dem Unterstufenchor und dem Bläserkurs 6. Nach einer Pause konnte das Publikum den Bläserkurs 7 erleben, gefolgt vom Lehrerchor, dem Schulorchester, dem Mittel- und Oberstufenchor sowie von der neuen Bigband der Schule.

Eine Vielzahl internationaler Weihnachtslieder prägten das Programm und begeisterten das Publikum in der voll besetzten Aula. Dabei waren besinnliche Klänge etwa der Juniorband und des Orchesters zu erleben, kräftig und zunehmend auch differenziert spielende Bläserkurse, schwungvoller Kindergesang und vielstimmige Harmonien der größeren Chöre einschließlich eindrucksvoller Soli sowie ein swingender Christmas-Sound der Bigband.

Unter der engagierten Leitung der Musiklehrkräfte (Frau Mohr, Frau Lomkina, Frau Renno, Herrn Gruhn, Herrn Guizetti, Herrn Knickmann sowie Sander Kraft aus dem S1) bescherten zahlreiche Musiker:innen aller Jahrgangsstufen der Schulgemeinschaft einen eindrucksvollen und harmonischen Vorweihnachts-Abend.

Alfons zurück am Dörpsweg

Zum zweiten Mal besuchte der deutsch-französische Kabarettist Alfons (Emmanuel Peterfalvi) Oberstufenschüler:innen der Jahrgänge 11 und 12 am Dörpsweg. Unter dem Motto „Demokratie in Gefahr“ sprach der glühende Europäer mit den Schüler:innen des Europa- und des Wirtschaftsprofils über Nationalismus, der leicht zu Krieg führe, über Social Media, in denen Dinge geäußert werden können, die sonst nicht zulässig erscheinen, und über das Gefühl vieler Jugendlicher, kein Gehört zu finden.
Eine Schülerin aus dem Europaprofil des 11. Jahrgangs berichtet:

Von Lina Rohlf (S1)

Das Europa- und Wirtschaftsprofil des elften Jahrgangs hatte zunächst Alfons‘ Programm „Klasse!“ im Kulturhaus Eidelstedt besucht. Er bezog sich bei diesem Programm vor allem auf die Wehrhaftigkeit der Demokratie in Deutschland, verbunden mit deutschen Klischees und humorvollen Geschichten aus seinem Leben, unter anderem Besuchen an deutschen Schulen.

Dieses Themengebiet führte er dann an unserer Schule fort. Nach einer persönlichen Einleitung, in der er über seine Zeit in Frankreich, aber auch seine ersten Erfahrungen in Deutschland berichtete, schlug er vor, eine Diskussion mit ihm als Leiter zu führen. Dabei sprachen er und alle Schüler des Wirtschafts- und Europaprofils aus dem elften und zwölften Jahrgang über verschiedene politische Themen wie Wehrpflicht, Wehrhaftigkeit der Demokratie oder darüber, welche Rolle die Jugend in der heutigen Zeit in der Politik spielt.

Es wurde heiß diskutiert und verschiedene Sichtweisen wurden einander näher gebracht. Vor allem wurde deutlich, dass wir als Jugendliche uns zu wenig vertreten und verstanden fühlen durch die Politik, insbesondere beim Thema Wehrpflicht, bei dem wir ja direkt betroffen sind. Alfons leitete diese Diskussionen, teilte uns seine eigene Haltung und Erfahrungen zu den Themen mit und gab neue Anregungen und Ideen. Zu guter Letzt erzählte er uns von seiner Stiftung, die nach seiner Großmutter entstanden ist und mit der er uns unterstützen will, damit wir die Politik für die Zukunft mitgestalten können und mehr gehört und vertreten werden.

Zum Internetauftritt von Alfons‘ „Grand-Mère-Stiftung“ gelangen Sie über https://www.gm-stiftung.org.
Einen Bericht über Alfons‘ ersten Besuch am Gymnasium finden Sie hier.